Dienstag, 22. Februar 2011

Little Big Planet 2 - Special Edition US

Der Nachfolger des Überraschungserfolgs steht an: Little Big Planet 2. Mit vielen neuen Möglichkeiten im Gameplay und damit auch neuen Varianten im Editor setzt der neue Teil auf mehr Abwechslung, während alles, was Little Big Planet ausgezeichnet hat beibehalten wurde - sogar die über eine Million bereits vorhandenen Level.

Little Big Planet 2
Special Edition US
(Sony)

VÖ: 18.01.2011
Genre: Jump’n’Run Adventure

USK: 6
PEGI: 7+

Amazon: ---, Joypoint: 94,90€
gekauft am 21.01. für 85,00€


Beschreibung:

Little Big Planet hat es geschafft, kindlichen Comic-Stil in ein ansprechendes Adventure zu verpacken, das die ganze Familie interessiert. Es konnte sich durch Einfachheit und Spaß auszeichnen und lieferte einen Editor, mit dem jeder seine eigenen Level erstellen konnte. Was soll Little Big Planet 2 da noch verbessern?
Zunächst liefert der Nachfolger viele neue Möglichkeiten, das Gameplay zu verändern. Es gibt Bouncepads, die den Sackboy in die Luft katapultieren, und neue Power-Ups neben dem bereits bekannten Paintinator, der durch das Metal Gear Solid Pack erhältlich war und nun standartmäßig zum Repertoire  gehört (ebenso wie Wasser, das es zum Pirates of the Carribean Pack gab). Zu den neuen Power-Ups zählen der Grappling-Hook, der Grabinator und der Creatinator. Sie alle bieten Abwechslung im Spiel, da nun z.B. mit Hilfe des Grappling Hook weiter entfernte Objekte Gegriffen oder mit dem Grabinator schwere Objekte einfach aufgenommen werden können. Der Controlinator stellt aber alles andere in den Schatten: er ermöglicht es, andere Objekte präzise zu steuern. Im Story-Modus steuert der Spieler so etwa eine Raupe, eine Biene, Hunde und Hasen, die wiederum ihre eigenen Fähigkeiten mit sich bringen; im Leveleditor sind der Kreativität dann gar keine Grenzen mehr gesetzt, denn jeder Button des Controllers lässt sich mit einer beliebigen Funktion verbinden - schnell, einfach und effektiv. So ist für jeden etwas geboten, egal ob er sich lieber mit einem Schmetterling durch ein Regenbogenland fliegen lassen möchte oder mit dem eigenen Panzer ins Gefecht geht.
Ins Gefacht gehen können die Spieler nun ebenfalls on- sowie offline, denn im neuen Versus-Modus zählt nur der Sieg über den Gegner. Entweder entscheidet das pure Überleben oder es gibt einen Timer oder eine Zielpunktzahl. Im Story-Modus sind diese Level auf den Nebenpfaden zu finden, für die es wieder Schlüssel in den Hauptleveln zu finden gibt. Von einem Rennen über das altbekannte Pong bis hin zu erbitterten Kämpfen mit dem Creatinator ist auch hier alles zu finden, was man sich nur vorstellen kann.
Eine weitere große Neuerung sind die Sackbots, die es ab dem dritten Abschnitt der Story zu finden gibt. Sie sind Sack-Roboter, die einen eigenen Willen haben: entweder sie fürchten sich vor dem Spieler oder sie folgen ihm, manchmal interessieren sie sich aber auch für etwas ganz anderes. Im Story-Modus muss man also versuchen, die Sackbots zu retten, indem man sie zu einem bestimmten Platz führt, ohne dass sie sterben. Hier heißt es also nicht nur auf den eigenen Sackboy zu achten, sondern auch noch zu planen, was die Sackbots machen werden. Auch das bietet eine neue Dimension in Little Big Planet 2, die natürlich auch im Editor verwendet werden kann.

Insgesamt wirkt der Story-Modus von Little Big Planet 2 im Vergleich zu seinem Vorgänger wesentlich reifer und ist auch anspruchsvoller geworden, denn dort wo zu Beginn noch ein freundlicher kleiner Platformer daherkam, gibt es nun direkt ein paar fiese Fallen und actionreicheres Gameplay. Alles wirkt durch die beschriebenen neuen Möglichkeiten viel abwechslungsreicher und einen Tick besser inszeniert, auch wenn die Story genauso unzusammenhängend ist wie im ersten Teil und nur durch den übergeordneten Kampf gegen den Negativitron, der alle Kreativität in sich einsaugen will, zusammengehalten wird.
Ebenfalls großen Wert wurde natürlich wieder auf den Leveleditor gelegt, denn in insgesamt 52 Tutorials wird jedem Spieler haarklein erklärt, wie das Leveldesignen funktioniert und welche Möglichkeiten dem Spieler gegeben werden. Anhand kleiner Beispiele lernt der Spieler schnell und kann sich schon in wenigen Stunden einen interessanten Level zusammenbasteln. Das macht nicht nur Spaß, sondern führt hoffentlich dazu, dass auch andere Spieler Spaß an dem Level haben. Ein kleines weiteres Update macht es dann sogar möglich, seine Level miteinander zu verlinken und zwar der Level-Link. Setzt man einen Level-Link statt eines Scoreboards ans Ende des Levels, so geht es für den Spieler direkt im nächsten Level weiter. So lassen sich ganze Spiele kreieren oder einfach Fortsetzungen anhängen.


Inhalt der Special Edition:


Die US(!) Special Edition - nicht die europäische Version - liefert neben dem Spiel und einigen Kostümen und Avataren zwei nette Accessoires: zum einen eine Sackboy-Plüschfigur, die etwa 20cm groß ist und wirklich gut aussieht, und zum anderen zwei Bücherhalter im LBP2-Design. Auch die machen sich selbstverständlich gut im Regal, wenn sie die gesammelten PS3-Spiele fachgerecht präsentieren. In den USA beträgt der Aufschlag von normaler zu Special Edition gute 20$, was durchaus gerechtfertigt ist, wenn man Verwendung für die beiden besonderen Accessoires findet. Wem es allerdings nur um Kostüme geht, sollte lieber die Finger davon lassen...


Trailer (Gameplay am Ende des Reviews):





Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 1,3
- das Gameplay wurde verbessert und bietet neben den Jump’n’Run-Passagen nun auch anspruchsvollere Abschnitte mit den neuen Power-Ups
- durch den Creatinator kommt eine weitere Dimension hinzu, die es dem Sackboy ermöglicht, Objekte zu steuern, was immer wieder gelungene Abwechslung schafft
- die 30 Hauptlevel und vielen Nebenlevel laden wieder dazu ein, alle Level zu schaffen ohne zu sterben und alle Preisblasen in den Level zu suchen oder mit Freunden zu erspielen
Grafik (20%): Note 1,3
- grafisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel verändert, aber damit ist man dem Stil des ersten Teils treu geblieben, was den selben einzigartigen Charme zur Folge hat
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 3,0
- musikalisch ist LBP2 gut inszeniert, doch leider ist die Sprache wieder nur in wenigen Cutscenes vorhanden und sonst in Sprechblasen verpackt (selbst im Editor-Modus lassen sich mittlerweile Aufnahmen per Mikrofon einbinden)
Schwierigkeit (10%): Note 2,0
- gemessen an Gaming-Maßstäben ist LBP2 nicht besonders schwer, sogar jedes Level ohne Fehler zu meistern gelingt recht schnell, doch wenn die Familie als Zielgruppe gefragt ist, dann sind manche Passagen doch sehr anspruchsvoll
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,0
- alles wird genaustens erklärt und daran lässt sich auch nichts beanstanden
Trophäen (5%): Note 1,0
- LBP2 liefert 37x Bronze, 7x Silber und 3x Gold bis zur Platin-Trophäe
- im Vergleich zum ersten Teil sind zwei Dinge auffällig: es werden viel weniger Onlinebewertungen herangezogen, wenn es um die Trophäen geht und zweitens ist die zeitaufwendigste Trophäe die, für die man 24 Stunden im Editor verbringen muss - das heißt für mich persönlich, dass es eher darauf ankommen sollte, schon innerhalb der 24 Stunden gute Level zu veröffentlichen, um den Spaß innerhalb der Community aufrecht zu erhalten, als schnell viele Level zu veröffentlichen
(leider gibt es aufgrund anderer Trophäen weiterhin eine übermäßige Präsenz von schlechten, einsekündigen oder nicht spielbaren Leveln, was aber nicht am Spiel, sondern an den Spielern liegt)
Wiederspielwert (5%): Note 1,0
- durch die Online-Features und die ständigen neuen Level lohnt sich der Besuch des Little Big Planet immer wieder

Gesamteindruck: Note 1,6
Selbst wenn man Little Big Planet 2 nur als großes Update zu seinem ersten Teil verstehen könnte, so liefert LBP2 doch so viele neue Möglichkeiten, dass der Titel „Update“ ihm nicht gerecht werden würde. Das Gameplay wurde verfeinert und ausgebaut, der Kreativität neue Horizonte erschlossen und dem Spieler alle Möglichkeiten gegeben, das Beste daraus zu machen.


Was ich daraus gemacht habe? http://lbp.me/v/xwse56

Und wer es nicht zuerst spielen möchte kann sich hier das Gameplaymaterial aus meinem eigenen Level ansehen:

Freitag, 11. Februar 2011

EA Sports Active 2

Fitness-Muffel aufgepasst: Ohne das Haus zu verlassen, sollen nun die Pfunde purzeln und der Körper fit gemacht werden. EA Sports Active 2 ist der Nachfolger des durchaus erfolgreichen gleichnamigen Wii-Titels, der dank moderner Bewegungssensoren und eines Puls-Messers für Schweiß im Wohnzimmer sorgt. Hier mein Kurz-Review nach drei Wochen Training...


EA Sports Active 2
(EA)

VÖ: 18.11.2010
Genre: Sport, Fitness

USK: 0 / PEGI: 3+

Amazon: 89,90, Joypoint: 94,90€
gekauft am 21.01.11 für 80,00€


Trailer:





Inhalt der Box:




Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 2,7
- es gibt eine große Auswahl an Übungen, die sich auf die verschiedenen Körperzonen und Fitnessziele beziehen; das sorgt für Abwechslung
- allerdings sind einige der Programm-Workouts nicht besonders geschickt abgestimmt: beispielsweise kommen 20 Übungen hintereinander für Beine und Kardio, ehe 3 Übungen für die Arme aneinandergereiht werden, …
- … was aber durch die Möglichkeit auch eigene Workout einfach zu erstellen wieder relativiert wird
- die angedeutete Ernährungsberatung und das Eintragen von Freizeitaktivitäten sind eher unsinniges Beiwerk, auch wenn gerade die Ernährung durchaus nützlich sein könnte
- ab und an werden auch die Sensoren nicht perfekt erkannt, was aber zumeist daran liegt, dass man sich zu früh bewegt hat oder zu sehr wackelt; die Übungen sollten immer bewegungslos gehalten werden, was besonders bei stärkerer Anstrengung aber kaum zu schaffen ist und dann zu einer weiteren Wiederholung führt, die hoffentlich erkannt wird
Grafik (20%): Note 2,0
- die Übungen finden in einer netten Umgebung mit einem von zwei Trainern statt (männlich oder weiblich, je nach Geschmack) und auch der eigene Charakter sieht ganz gut aus und kann nach den eigenen Vorstellungen gestaltet werden – nicht mehr und nicht weniger
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 1,0
- ein großes musikalisches Repertoire ist bereits vorhanden und die Trainer erledigen ihren Job souverän, wenn man seine persönliche Einstellung gefunden hat
- zudem lässt sich jede eigene Playlist im Hintergrund abspielen, so dass sich niemand beschweren kann
Schwierigkeit (10%): Note 1,0
- auch hier gilt: seine persönlichen Einstellungen zu finden ist das Wichtigste, denn nur dann sind die Übungen zwar fordernd und erzielen einen Erfolg; zur Auswahl stehen für die Programme die Intensitäten „Leicht“, „Mittel“ und „Hart“
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,0
- die genaue Erklärung der Übungen und
Trophäen (5%): Note 4,0
- es gibt 29 bronzene, 11 silberne, 3 goldene und die Platin-Trophäe
- vieles ist eine Frage der Zeit und des Trainingseifers, aber es dauert einfach zu lange, 1.000km zu laufen oder mit dem Mountainbike zu fahren - da sind noch einige Monate Training fällig, während alle anderen Trophäen schon längst erhalten wurden…
- … und selbst dann braucht man immer noch ein zweites Set an Sensoren (zum derzeitigen Preis von ca. 50€)
Wiederspielwert (5%): Note 1,0
- allein das 9-Wochen-Programm dauert - wie der Name schon sagt - eine ganze Zeit und wer motiviert genug ist, sich das Spiel zu kaufen, wird auch länger damit trainieren
- motivierend wirken außerdem die Online-Trainingsgruppen, die zusammen mit Freunden gegründet werden können

Gesamteindruck: Note 2,0
EA Sports Active 2 ist ein Spiel für eine bestimmte Zielgruppe, was es sicherlich nicht für jeden interessant macht. Aber als Fitness-Spiel ist es gut gelungen, motiviert den Spieler ständig zum Trainieren und kann auf Dauer auch Erfolge verbuchen. Um eine halbe Stunde am Tag bzw. 2 bis 3 Stunden die Woche in seine Fitness zu investieren, lohnt sich EA Sports Active 2 also in jedem Fall - es rentiert sich aber nur, wenn man lange dabei bleibt!

Freitag, 19. November 2010

Assassins Creed - Brotherhood (D1)

Exakt 364 Tage mussten Fans auf das neue Assassins Creed warten - also nichtmal ein Jahr! Wobei es sich nicht um Assassins Creed 3 handelt, sondern den mittleren Bruder Brotherhood. Ezio befindet sich nach Assassins Creed 2 noch immer in Rom und kämpft gegen die Herrschaft der Borgia - mit einigen Neuheiten. Hinzu kommt erstmals auch ein Multiplayer, in dem Assassinen aufeinander losgelassen werden.


Assassins Creed
Brotherhood (D1)
(Ubisoft)

VÖ: 18.11.2010
Genre: Action Adventure

USK: 16 / PEGI: 18+

Amazon: 67,99€,  Joypoint: 59,90€
gekauft am 16.11. (!) für 56,00€


Beschreibung:

Assassins Creed Brotherhood fängt genau dort an, wo Assassins Creed 2 aufgehört hat: Ezio Auditore befindet sich nach seinem Attentatsversuch auf den Papst noch immer in Rom. Dort sieht er sich der Herrschaft der Borgia gegenüber, die die Macht an sich gerissen haben. Im Verlauf der Geschichte gilt es nun, die Drahtzieher der Borgia zu eliminieren. Dabei stehen Ezio allerdings neue Mittel und sogar neue, ständig einsatzbereite Helfer zur Verfügung.
An der Spielmechanik hat sich - glücklicherweise - nicht viel getan: Ezio lässt sicher wieder sicher und sehr effektiv durch die Straßen und über die Dächer Roms manövrieren. Auch die Auswahl der Waffen über das Waffenrad und die Kämpfe funktionieren in gewohnt einwandfreier Manier. Hier findet sich auch schon eine kleine, aber sehr hilfreiche neue Waffe wieder und zwar die Armbrust. Mit ihr kann Ezio Wachen schon aus sicherer Entfernung ausschalten, um dann z.B. unerkannt in eine gegnerische Zone einzudringen. Das ist im neuen Assassins Creed Teil von besonderer Bedeutung, da es nicht nur in Missionen gegnerische Zonen gibt, sondern die Borgia in den verschiedenen Bezirken Roms insgesamt 12 Türme aufgestellt haben. Solange der Hauptmann des Turms lebt, wird die Bevölkerung unterdrückt, d.h. die Läden sind geschlossen und es gibt keine Aufständischen in der Umgebung. Ist der Hauptmann besiegt, lässt sich der Turm niederbrennen (stilecht mit effektvollem Todessprung in der Zwischensequenz) und Ezio kann sein hart verdientes Geld in die Wiedereröffnung der Läden stecken oder die zahlreichen Wahrzeichen Roms kaufen. An der Art der Läden zum Einkaufen hat sich im Übrigen nichts geändert: es gibt Schmiede, Schneider, Ärzte und Kunsthändler. Zusätzlich gibt es aber nun auch Banken, mit Hilfe derer sich Ezios Geld verwalten lässt. Sie führen Buch über die Einnahmen der wiedereröffneten Geschäfte und erhalten regelmäßige Einzahlungen, die Ezio wiederum abheben kann. Eine andere Art Geld einzunehmen ist die Assassinen-Gilde, die die wohl wichtigste und durchaus sinnvolle Neuerung darstellt.
Bereits nach relativ kurzer Spielzeit bekommt Ezio die Gelegenheit einen Rekruten für seine eigene Assassinen-Gilde auszubilden. Die Anzahl der Rekruten ist dabei abhängig von der Anzahl niedergebrannter Borgia-Türme, so dass im Verlauf des Spiels immer mehr Rekruten angeheuert werden können. Diese sind keinesfalls namenlose Begleiter - wie beispielsweise angeheuerte Söldner -, sondern sie können einzeln ausgebildet werden und entweder Ezio direkt im Kampf beistehen oder auf Missionen in ganz Europa ausgesandt werden. Ein eigens dafür entworfenes Menü, das an Assassinen-Türmen oder Taubenschlägen aufgerufen werden kann, sorgt für den Überblick: jeder Assassinen-Rekrut bekommt für ausgeführte Attentate und Missionen Erfahrungspunkte (EP) wie bei handelsüblichen Rollenspielen. Pro Stufe lassen sich Rüstung oder Waffen aufwerten und ab Erreichen der zehnten Stufe wird der Rekrut zum vollausgebildeten Assassinen. Rekruten, die sich in Europa auf Missionen befinden, verdienen dabei auch noch eine beträchtliche Summe und können in manchen Missionen spezielle Waren beschaffen (mehr zu Waren im nächsten Abschnitt!). Die nicht entsandten Rekruten befinden sich immer in Ezios Nähe - lungern aber nie überflüssigerweise im Bildschirm herum -, so dass sie per einfachem Tastendruck gerufen werden können und das hat gravierende Vorteile: zum einen können sie in Notsituationen schnell helfen und Gegner ablenken oder sofort töten, zum anderen lassen sie sich auch auf Wachen ansetzen, ohne dass Ezio selbst in den Kampf eingreifen kann. Beispiel ohne Spoiler: In einer Mission muss eine bestimmte Person im Auge behalten werden, während andere eliminiert werden müssen; da heißt es keine Zeit verschenken und die Rekruten die Drecksarbeit erledigen lassen! Befinden sich sogar sechs oder mehr Rekruten in der Stadt steht noch eine Spezial-Attacke zur Verfügung: der Pfeilhagel, bei dem bis zu vier Wachen in der Umgebung sehr schnell und effektiv ausgeschaltet werden. Wie viele Rekruten sich in der Umgebung befinden zeigt übrigens die Assassinen-Zeichen-Leiste unter Ezios Gesundheits-Anzeige an. Durch die neue Unterstützung von Ezio wären die Gegner chancenlos, hätten sie nicht auch einen Feinschliff bekommen. Zwar wurde das Kampfsystem an sich nicht verändert, doch die Gegner-KI agiert wesentlich aggressiver und verfügt über bessere Waffen. So packen eigentlich harmlose Gegner Ezio oft und halten ihn fest, damit er getroffen werden kann, bei stärkeren Gegnern hingegen ist die Deckung nur noch durch Tritte und schnelle Folge-Attacken zu durchbrechen. Zudem verfügen die Wachen oft über Distanzwaffen wie Armbrüste oder andere Schusswaffen, so dass Ezio diese schnell ausschalten muss. Dabei hilft ihm ein weiterer, neuer Trumpf: die Blitzattentate. Hat Ezio einen Gegner ausgeschaltet, folgt der nächste per einfachem Tastendruck, wenn er in entsprechender Reichweiter ist - egal welche Stärke dieser normalerweise hätte. Dieser „Trick“ funktioniert aber natürlich nicht bei den Endgegnern der jeweiligen Sequenz, so dass diese Kämpfe oft spannender gestaltet sind.
Eine weitere Neuerung sind die im letzten Abschnitt schon „angeschriebenen“ Waren, die es in Schatztruhen oder bei Auslandsmissionen zu entdecken gibt. Sie haben nicht nur einen Wert, der sich in Geld eintauschen lässt, sondern sie gehören zu den neuen Geschäfts-Aufträgen, die die Läden in der Umgebung von Ezios Unterschlupf bereithalten. Für ihre Erfüllung gibt es dann auch sehr gute Waffen, Rüstungsteile oder Schatzkarten. Apropos Schatzkarten: Für die Sammler unter den Assassinen gibt es auch eine hilfreiche Neuerung, denn neben den bereits bekannten Karten zu den Truhen der Stadt, gibt es nun auch Karten zu den anderen Sammelgegenständen - konkret: Borgia-Flaggen (83 von 101) und Federn (alle 10).
Aber auch andere Nebenmissionen gibt es in Hülle und Fülle: Attentats-Aufträge, Missionen für Angehörige der drei verschiedenen Gilden, Templer-Verstecke (zwei exklusiv in der D1-Version!) und eine dreigeteilte Erinnerung an Ezios (Jugend-)Liebe Cristina sorgen für viel Abwechslung, sind aber allesamt optional. Ebenfalls optional, aber doch sehr wichtig sind zwei weitere Arten von Nebenmissionen. Zum einen sind das die sechs Romulus-Verstecke, bei denen es jeweils einen Schlüssel für den Schatz des Romulus zu ergattern gibt (sowie die restlichen 18 Borgia-Flaggen), zum anderen sind das die Aufträge von Leonardo da Vinci, bei denen Pläne und Prototypen von Kriegsmachinen zerstört werden müssen, wofür es ebenfalls am Ende eine besondere Überraschung gibt. Beide „Schätze“ sind sehr nützlich und so lohnt es sich mindestens diese Nebenmissionen zu erfüllen. Außerdem gibt es nun auch noch andere Erinnerungen in Rom, die sich mit Borgia-Agenten beschäftigen. Hier muss Ezio immer eine bestimmte Person ansprechen, um die Erinnerung zu starten, bei der am Ende ein bestimmter Anhänger der Borgia zur Strecke gebracht werden muss.
Insgesamt ist also für viele Stunden abwechslungsreichen Spielspaß gesorgt, da keine der Hauptmissionen einer anderen ähnelt und auch die Nebenmissionen zu großen Teilen abwechslungsreich gestaltet sind. Zudem haben alle Missionen, egal ob Haupt- oder Nebenmissionen, einen eigenen Anspruch, um 100%ige Synchronität mit Ezios Erinnerungen herzustellen. Zwar lassen sich die Missionen auch anders lösen, doch darunter leidet die Synchronität. Auf diese Weise wird dem Spieler in vielen Situationen eine eher unauffälligere und anspruchsvollere Spielweise empfohlen. So soll die Erfahrung als Assassine intensiviert werden, der eben nicht ständig wild kämpfend zu seinem Ziel gelangt, sondern unentdeckt eindringt und im richtigen Moment zuschlägt (, was meiner Meinung nach sehr gut gelingt und zum Spiel an sich passt!).
So viel zu den Geschehnissen innerhalb des Animus. Aber auch außerhalb hat sich einiges getan, denn Desmond Miles ist nicht länger nur eine austauschbare Hülle für die Erinnerungen Ezios, sondern spielt in Assassins Creed Brotherhood - endlich - auch eine wichtige Rolle. Er muss sich zwar nicht mit Templern rumschlagen, aber ihm gehören längere Phasen in der Geschichte des Spiels, die die Geschichte in der Geschichte einbetten. Außerdem lässt sich der Animus jederzeit verlassen, damit Desmond Monteriggioni erkunden kann, wo es neben - zugegebenermaßen sinnlosen - E-Mails auch Artefakte aus Ezios Zeit zu entdecken gibt. Auch das ist ein sinnvoller Schritt der Entwickler, um den Spieler mehr an Desmond als Charakter zu binden.


Gameplay:




Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 1,0
- neben der Story um Ezio, die nach dem zweiten Teil weiter vorangetrieben wird, wird nun auch die Story um Desmond intensiviert; beide Storys sind dabei zum Ende hin verbunden, wodurch eine insgesamt sehr gelungene Story in AC Brotherhood entsteht
- am Gameplay wurde wirklich nur verbessert: die Teile, die AC ausmachen wie das Kampfsystem und das Freie Sprinten wurden so belassen wie sie sind und darauf aufbauend wurden kleine Verbesserungen und große Neuerungen vorgenommen, was alles in allem ebenfalls sehr gelungen ist; Beispiele hier sind die Assassinen-Gilde, die Einführung von Waren, Borgia-Türmen und das Kampfverhalten der Gegner
Grafik (20%): Note 1,3
- bis auf einige kleine Hänger sieht AC Brotherhood einmal mehr gemäß der AC-Reihe umwerfend aus; die Hänger traten aber nur auf, wenn viel gleichzeitig gespeichert wurde - z.B. wenn fünf Rekruten gleichzeitig von verschiedenen Missionen zurückkommen und Ezio selbst durch belebte Gassen sprintet/reitet
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 2,0
- die Sprachausgabe ist solide gestaltet und gut synchronisiert, die Hintergrundmusik unterstützt die Stimmung ordentlich; insgesamt gibt es nichts zu beanstanden, aber auch nichts Bahnbrechendes
Schwierigkeit (10%): Note 2,0
- die Schwierigkeit lässt sich wie schon in der gesamten Reihe nicht einstellen, wodurch der Anspruch eigentlich nicht besonders hoch ist; das soll durch den Faktor Synchronität ausgeglichen werden, womit viele Missionen deutlich schwieriger gestaltet werden - aber eben optional
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,0
- auch hier bietet sich ein gewohnt gutes Bild: die Beschreibung liefert alle nötigen Informationen, die durch Tutorials zu Beginn des Spiels unterstützt werden; erfahrene AC-Spieler werden keinerlei Einstiegsprobleme haben und Einsteiger werden das System schnell erlernen können
Trophäen (5%): Note 1,3
- 34x Bronze, 15x Silber, 1x Gold und 1x Platin gibt es
- ein guter Guide zu den Glyphen und deren Lösungen sowie zu den Artefakten im Jahr 2012 findet sich unter http://www.gamesradar.com/f/assassins-creed-brotherhood-clusters-and-2012-artifacts-guide/a-20101118165454677035
Wiederspielwert (5%): Note 1,0
- ob nun schnell die gute Story noch einmal gespielt werden soll oder ob man sich um eine der unzähligen Nebenmissionen kümmert, eine Rückkehr nach Rom lohnt sich immer wieder

Gesamteindruck: Note 1,1
Assassins Creed Brotherhood reiht sich nahezu perfekt in die Serie ein und nimmt dabei sinnvolle und gute Verbesserungen vor. Obwohl der Multiplayer-Modus als neues Feature hinzugekommen ist, wurde nicht auf die nötige Spieltiefe im Singleplayer verzichtet. Im Ganzen betrachtet bekommt der Spieler also ein nochmal deutlich weiterentwickeltes Assassins Creed.

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