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Freitag, 13. April 2012

Resident Evil: Operation Raccoon City





Resident Evil:
Operation Raccoon City
(Capcom)

VÖ: 23.03.2012
Genre: TPS, Shooter

USK: 18
PEGI: 18+





Nach meinem ersten Eindruck und dem ausführlichen Walkthrough bleibt an dieser Stelle nur noch die Bewertung übrig. (In Zukunft werde ich das wohl nun immer so gestalten – Erster Eindruck, Walkthrough/Let’s Play/Gameplay und Review)

Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 3,0
- das Gameplay wurde komplett neu ausgelegt, so dass es jedem Standard-Shooter nachempfunden wurde. Dadurch verliert das Spiel den gewohnten Resident Evil-Einfluss.
- die Story soll den Ausbruch der Zombieplage aus einer anderen Sicht erzählen, was zwar gelingt, aber nicht sonderlich vertieft wurde.
Grafik (20%): Note 2,0
-  das Spiel sieht gut aus, hat aber leider nahezu keine Abwechslung. Alles ist sehr dunkel, obwohl es von Zeit zu Zeit nach draußen geht; dann aber nur nachts.
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 4,0
-  die deutsche Sprachausgabe ist eine Katastrophe – hört man in die englische hinein, ist das wesentlich angenehmer für die Ohren
Schwierigkeit (10%): Note 2,0
-  die Schwierigkeit lässt sich zu Beginn einstellen und für jedes Kapitel wählen. Außerdem wird es einfacher, je länger man gespielt hat und desto mehr XP verdient wurden, da es dann neue Waffen und Fähigkeiten gibt, die an manchen Stellen enorm wichtig sind [siehe Ende von Kapitel 5 – ohne starke Schrotflinte geht da nichts...]
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 3,0
- übersichtlich ist das Menü, aber viele Aktionen werden nicht erklärt; das Umrennen oder Greifen von Zombies findet sich nur im Handbuch wieder
Trophäen (5%): Note 3,0
-  sind relativ anspruchsvoll, denn das meiste gibt es online zu verdienen und die Kampagne muss in einem höheren Schwierigkeitsgrad mit allen Mission in S+ geschafft werden – das dauert.
Wiederspielwert (5%): Note 2,0
- die Kampagne selbst ist wohl nur etwas für eingefleischte Trophy-Hunter, aber das Online-Spiel lohnt sich dafür öfter. Schade nur, dass das Gleiche geboten wird wie bei jedem Shooter.

Gesamteindruck: Note 2,7
Als Überbrückung zwischen dem drei Jahre alten Resident Evil 5 und Resident Evil 6 Ende des Jahres ist Operation Raccoon City ein neuer Ansatz in der Reihe, der bis auf die Story allerdings jeden Bezug zur Reihe vermissen lässt. Shooter-Fans werden ihre Freude trotzdem haben, Horror-Fans kommen nicht auf ihre Kosten.

Mittwoch, 28. März 2012

Walkthrough: Resident Evil - Operation Raccoon City

Der erste Eindruck von Resident Evil: Operation Raccoon City war nicht so besonders gut. Trotzdem werden gekaufte Spiele natürlich weitergespielt und ab der zweiten Mission bessert sich das Spielgeschehen doch merklich. Es ist zwar meiner Meinung nach noch immer nicht das Gelbe vom Resident Evil-Ei, aber da es in den nächsten Tagen ohnehin keine neuen Spiele gibt, habe ich Zeit für ein Experiment...


Deswegen gibt es nun an dieser Stelle ein Walkthrough! Aktualisiert wird selbstverständlich immer zuerst auf meinem YouTube-Kanal, also auch da mal reinschauen. Vorgenommen habe ich mir dabei alle 2 Tage um die 30 Minuten hochzuladen.
Zu beachten: Ich nehme meinen ersten Durchlauf auf, d.h. ich finde nicht alle Gegenstände, werde keine gute Zeit erreichen und sterbe ab und zu sicher mal.


Das gesamte Walkthrough als Playlist:



Zusammenfasssungen der Folgen:

Mission #1 - "Eindämmung"
befindet sich bereits im ersten Eindruck, aber hier nochmal das Video - der Vollständigkeit halber.
[22 Minuten]

Mission #2 - "Verseucht"
Endlich gibt es Zombiehorden und das erste Resident Evil-Feeling kommt auf. Es gibt zwar weiterhin keine Schockmomente, aber wenigstens kommt die Story doch langsam ins Rollen und es gibt eine Aufgabe zu erledigen. [42 Minuten] 

Mission #3 - "Dunkle Pfade"
Die Abschnitte werden länger, die Geschichte schreitet voran und es gibt neue Gegnerklassen. Dazu hat Beltway eine stärkere Waffe spendiert bekommen und gelangt mit seiner Truppe auch mal nach Draußen - das bringt eine nette Abwechslung zu den öden Gangsystemen. Und weil der Abschnitt länger dauert, sind es dieses Mal zwei Videos. [30 Minuten + 32 Minuten]
(Außerdem ab jetzt in bester 720p-Qualität durch einen neuen Codec!)

Mission #4 - "Abtrünnig"
Die Geschichte findet langsam den Bogen, um sich mit den alten Resident Evil-Teilen zu verbinden. Vorerst aber nur andeutungsweise...
Im ersten Abschnitt geht es über einen Friedhof bis zur Umbrella-Forschungsanlage, wo es relativ hektisch durch die Gänge geht. Im zweiten Abschnitt geht es dort weiter, bis am Ende des Abschnitts der Nemesis-Prototyp wartet und Beltway dazu zwingt, sein Waffenarsenal aufzubessern.
[30 Minuten + 27 Minuten]

Mission #5 - "Entbehrlich"
Zu Beginn der Mission gibt es einen neuen Auftrag, der das U.S.S.-Team in ein Polizeigebäude führt. Einige Zombiehorden später läuft ihnen ein alter Bekannter über den Weg: Leon. Die Verfolgung führt dann durch weitere Horden Untoter, bis sich auch noch die Zentrale gegen das Team stellt. Deswegen muss sich Beltway - schlecht bewaffnet - durch eine große Zahl Hunter schlagen, um am Ende auch noch zwei Tyrants gegenüber zu stehen - aber mit einer neuen Schrotflinte. [32 Minuten + 31 Minuten]

Mission #6 - "Erlösung"
 Zurück zum Ausgangspunkt: Das Team hat eine letzte Bewährungschance bekommen und muss sich zurück ins Umbrella-Labor begeben. Dort treffen sie wieder auf alte Bekannte und eine Reihe verschiedenster Gegnerklassen. Abwechslung der Gegner trifft dabei - durch die neue Schrotflinte - auf konstante Kills und weniger Schwierigkeiten als gedacht. Im zweiten Teil der Mission geht es dann weiter hinein in das Labor und gerade als das Team wieder nach oben will, hängt sich ein Supertyrant an die Plattform. [23 Minuten + 24 Minuten]

Mission #7 - "Endstation"
In der letzten Mission des Spiels erwarten das U.S.S.-Team nicht nur einige Umbrella-Spezialeinheiten, sondern auch haufenweise Zombies und eine schwere Entscheidung: Lassen sie Leon am Leben oder folgen sie ihren Befehlen? [32 Minuten]

Dienstag, 20. März 2012

Erster Eindruck: Resident Evil - Operation Raccoon City


Ziemlich genau drei Jahre ist es her, seitdem das letzte Resident Evil erschienen ist. Mir persönlich hat das viel Spaß gemacht und auch noch lange nach Release hat das Spiel immer mal wieder den Weg in die Playstation gefunden – zumeist im Splitscreen-Koop. Ob das bei dem neuen Ableger auch der Fall sein wird? Besonders "suspekt" ist mir dabei, dass Resident Evil 6 schon im November erscheinen soll.


Operation Raccoon City versetzt den Spieler zurück ins Jahr 1998, zurück zum Ausgangspunkt der Infektion. Vielmehr Geschichte scheint sich aber nicht abspielen zu wollen. In der ersten Mission der Kampagne geht es jedenfall ohne große Umschweife los: Als einer von sechs Mitgliedern einer Spezialeinheit geht es mitten ins Geschehen. Die Auswahl beschränkt sich dabei aber nicht auf die bekannten Gesichter der Serie, sondern auf sechs Charakterklassen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die nach und nach freigeschaltet werden können – ein Levelsystem mit Erfahrungspunkten inklusive.
Ins Gefecht geht es dann mit drei Begleitern, die ebenfalls frei ausgewählt werden können. Daran lässt sich schon erkennen, dass es bei Operation Raccoon City um einen Team-Shooter geht und der Fokus ausschließlich auf dem Online-Spiel liegt. Das schließt ein, dass es jederzeit möglich ist, dem Spiel eines anderen beizutreten, oder dass jemand dem eigenen Spiel beitritt.

Hier nun die erste Mission der Kampagne im Video:


Alles wirkt aber nicht wie ein Resident Evil, sondern orientiert sich viel mehr an sämtlichen Online-Shootern - die KI vielleicht sogar darunter.  Es wird kein großer Wert auf die Kampagne gelegt, sondern ein Haufen Spielmodi geliefert, damit man sich online austoben kann. Für mich ist das ein enormer Rückschritt, denn wenn ein Spiel mit einer Kampagne daherkommt und bereits eine lange Geschichte hinter sich hat, dann muss auch abgeliefert werden. Da hilft es auch nicht, die Spielmechanik anderen Shootern anzupassen und so Charakteristiken wie das Schießen nur im Stand abzuschaffen.
Ein weiterer Kritikpunkt – der sich aber leider auf nahezu alle Spiele ausweiten lässt – ist die Tatsache, dass das Offline-Koop einfach gestrichen wurde. Viele Spiele kommen zwar sowieso schon ohne diese Möglichkeit, aber da Resident Evil 5 den Modus noch hatte und Operation Raccoon City das Team in den Vordergrund stellt, ist es für mich unverständlich, weshalb der Splitscreen ersatzlos gestrichen wurde. Ist es wirklich vorbei damit, zusammen mit Freunden in einem Zimmer zu spielen?

Insgesamt kommt Resident Evil: Operation Raccoon City deswegen nicht an seine Vorgänger ran und ist wohl eher als Spin-Off zur Überbrückung bis zum nächsten Spiel gedacht. Für ein Vollpreisspiel ist das aber leider zu wenig...

Fazit: Wenn ich mal wieder Lust habe, Zombiehorden zu begegnen, warte ich auf Resident Evil 6 oder die Walking Dead Reihe im PSN! Hier der neuste Trailer davon:
 

Donnerstag, 2. Februar 2012

Erster Eindruck: NeverDead

Japanische Entwickler sind bekannt für ihre skurrilen Spiele à la Bayonetta oder Shadows of the Damned. Als erstes Spiel in diesem Jahr kommt heute NeverDead in meine PS3 und auch das verspricht reichlich durchgeknallte Action. Auf der GamesCom hat es schonmal viel Spaß gemacht und die erste Stunde mit NeverDead sieht so aus:


Aufhänger des Spiels ist natürlich die Idee, unsterblich zu sein, so dass man getrost die ein oder andere Gliedmaße verlieren kann – sammelt man entweder wieder ein oder wächst ja schließlich auch irgendwann nach... Darüber hinaus bietet NeverDead einen soliden Third-Person-Shooter und typisch japanischen Trash-Talk. Ob das reicht?


Leider kann NeverDead grafisch nicht mit den absoluten Größen mithalten. Obwohl die Zwischensequenzen und auch die beiden Hauptcharaktere, Bryce und Arcadia, sehr gut aussehen, kommen die Gegner und Umgebungen eher kantig rüber. Besonders der erste Endgegner [Bossfight im Video ab 49:37 zu sehen] sieht schon fast lieblos aus. Andererseits macht es schon Eindruck, wie die Körperteile von Bryce aufgesammelt und zusammengesetzt werden können. Damit das Spiel mit den Körperteilen nicht nur ein nettes Gimmick bleibt, basieren auch die ersten Rätsel des Spiels darauf, sich nur als Kopf durch kleine Öffnungen zu bewegen oder kleine Routen entlang zu rollen, um ans Ziel zu kommen.

Spielerisch handelt es sich bei NeverDead ansonsten um einen klassischen Third Person Shooter. Beide Schultertasten zum Feuern, dazu Springen und Abrollen, Nachladen- und Interaktions-Button. Allerdings gibt es noch einen Nahkampfmodus mit Schwert, das präzise mit dem rechten Stick gesteuert werden kann. Das erfordert zunächst etwas Übung und kann gerade in hektischen Phasen zu Problemen führen. Und wie üblich für japanische Action, ist fast jeder Kampf hektisch...

Aufgrund der Unsterblichkeit von Bryce legen die Gegner in NeverDead es gar nicht erst darauf an, Schaden zu verursachen, sondern es geht direkt ans Eingemachte: Körperteile werden abgetrennt und von kleinen fiesen Gegnern schnellstmöglich verdaut. Nach einer gewissen Zeit kann man sie aber auch wieder nachwachsen lassen. Steuert man nur noch den Kopf und wird geschluckt, ist die Mission gescheitert. Das erfordert eine gewisse Umstellung beim Spieler und kreiert eine andere Spielerfahrung, da man immer abwägen kann, ob man sein Körperteil zurückhaben möchte oder lieber zuerst ein paar Gegner aus dem Weg räumt. Viel Spaß macht es z.B. sich selbst - und natürlich alles um sich herum - in die Luft zu jagen, dabei alle Gegner zu eliminieren und danach gemütlich wieder seine Körperteile einzusammeln.

Zudem baut NeverDead auf ein XP-System - welches es in der GamesCom-Demo noch nicht gab -, mit dem Bryce sich neue Fähigkeiten erarbeiten kann. XP gibt es durch Einsammeln und für das Besiegen der Gegner. Allerdings gab es in der ersten Stunde noch nichts Spektakuläres, also bleibt abzuwarten, was noch kommt...

Erstes Fazit: Ein witziger Ansatz trifft auf einen hektischen TPS mit durchschnittlicher Grafik; Note um die 3. Langzeitmotivation eher fraglich, für Zwischendurch aber gut.

Montag, 27. Juni 2011

Shadows of the Damned

Die Kooperation vieler bekannter Persönlichkeiten der japanischen Spieleszene bringt uns Shadows of the Damned. Executive Director Suda51 (No More Heroes), Creative Producer Shinji Mikami (Resident Evil) und Komponist Akira Yamaoka (Silent Hill) stehen für Qualität und das soll bei Garcia Hotspurs Trip in die Hölle in Shadows of the Damned natürlich auch so sein.

Shadows of the Damned
(EA)

VÖ: 23.06.2011
Genre: Action, TPS, Horror

USK: 18
PEGI: 18+

Amazon: 63,99€ Joypoint: 64,90€
gekauft am 25.06.11 für 52,00€


Trailer:




Beschreibung:

Shadows of the Damned hat eine ganz klassische Story, denn wie so oft wird die Freundin des Protagonisten vom Herrscher des Bösen gekidnappt. In diesem Fall heißt der Protagonist Garcia Hotspur und ist Dämonenjäger. Stilsicher ist er von oben bis unten tätowiert und hat einen mexikanischen Akzent, der besonders bei seiner Leseschwäche und den wüsten Beschimpfungen gut rüberkommt. Seine Freundin, Paula, hat er damals im Müllcontainer gefunden... Dass das Alles nicht ernst zu nehmen ist, sollte jedem potentiellen Käufer bewusst sein, denn auch daran erkennt man die Handschrift von Director Suda 51. Mit vielen kleinen, liebevollen Details macht sich das Spiel über sich selbst lustig und kann den Spieler – der für diese Art von Humor empfänglich sein muss – trotz der pseudo-düsteren Handlung immer wieder zum Lachen bringen. Das soll nicht heißen, dass es sich aber grundsätzlich um einen Horror-/Survival-Shooter handelt, der in vielen Teilen von Resident Evil inspiriert scheint. Das ist der Anteil von Shinji Mikami und es fehlt noch das schicke Sounddesign von Akira Yamaoka, der es ebenfalls schafft, mit kleinen musikalischen Feinheiten für eine gute Stimmung zu sorgen.
Zurück zur Story: Nüchtern betrachtet handelt es sich um eine Umsetzung der göttlichen Komödie, denn nachdem Paula gekidnappt wurde, macht sich Garcia Hotspur auf, um immer tiefer in die Hölle vorzudringen und seine Geliebte zu retten. Dabei stellen sich im aber (zum Glück) nicht die bereits aus Dante‘s Inferno bekannten Figuren gegenüber, sondern völlig neue Kreationen.
Dabei spielt sich Shadows of the Damned als Third Person Shooter ziemlich genau wie Resident Evil 5; selbst die Perspektive beim Zielen mit Laseraufsatz ist die selbe. Neu ist allerdings, dass es im Grunde nur eine Waffe gibt: Johnson, der kleine schwebende Totenkopf und dämonische Begleiter von Garcia. Er wandelt nicht nur immer auf dem sehr schmalen Grad zwischen lustig und nervend, sondern eignet sich bestens sowohl als Fackel als auch als Waffe(n). Zu Beginn des Spiels kann er sich zwar nur in zwei Waffen verwandeln, doch damit gibt es immerhin schon mal eine Pistole und eine Shotgun. Im Laufe des Spiels kommt noch ein Maschinengewehr hinzu und alle Waffen erhalten von Zeit zu Zeit ein Upgrade, mit dem neue Fähigkeiten hinzukommen. Trotz dämonischer Kräfte, gibt es nicht unendlich viel Munition, sondern diese findet sich in Kisten, Fässern und wird von Gegnern fallengelassen. Doch selbst, wenn mal keine Munition verfügbar ist, gibt es noch eine Möglichkeit, den Gegnern den Garaus zu machen. Bei beliebiger Waffenauswahl kann mit der sekundären Feuertaste R2 ein Lichtschuss abgegeben werden.
Wo Licht ist, ist auch Dunkelheit und damit kommt das Hauptmerkmal von Shadows of the Damned ins Spiel. Die Dunkelheit ist selbstverständlich Teil der Hölle. Sie hüllt Dämonen in undurchdringbare Hüllen und sie raubt nebenbei auch noch langsam das Leben von Garcia. Glücklicherweise gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Dunkelheit zu bekämpfen: entweder durch einen Lichtschuss auf einen der zahlreichen Ziegenköpfe – in fast jedem dunkeln Gebiet gibt es genau einen -, durch Feuerwerke, so genannte Sushi-Leuchten oder dadurch, dass man die Quelle des Dunkeln ausschaltet. Während das Feuerwerk z.B. nur temporär gegen die Dunkelheit hilft oder die Sushi-Leuchte als Schnecke mit kleiner Laterne weder schnell unterwegs noch von großer Reichweite für das ausgestrahlte Licht ist, haben manche Dämonen auch die Fähigkeit, die Ziegenkopfleuchten wieder auszuschalten, so dass man ständig aufpassen muss, nicht zu lange in der Dunkelheit zu bleiben. Dämonen, die in der Dunkelheit waren, müssen zuerst durch einen Lichtschuss verwundbar gemacht werden; sind sie verwundbar, werden sie von Lichtschüssen für kurze Zeit gelähmt und auch hier taucht ein Element von Resident Evil wieder auf: ein Button-Druck genügt, um gelähmte Gegner durch Nahkampfattacken möglichst brutal auszuschalten.
Das Spiel mit Licht und Schatten hätte auch eine gute Grundlage für spannende Rätsel sein können, doch hier schöpft Shadows of the Damned sein Potenzial leider nicht aus. Zwar gibt es kleine Rätsel, doch vielleicht gerade weil man in der Dunkelheit immer unter Zeitdruck steht, sind diese nicht besonders schwer. Auch zwischen den Kapiteln gilt es, dunkle Passagen zu durchlaufen, doch auch hier ist die Devise „Immer geradeaus und fertig.“ Zwei weitere Rätsel gibt es noch, die nichts mit Dunkelheit zu tun haben, aber selbst diese sind relativ einfach zu lösen. Die Dunkelheit hat aber auch gute Seiten, denn gerade in den Bosskämpfen sorgt sie für Abwechslung und Unterhaltung. Dabei ist es zunächst wichtig, herauszufinden, wie der Boss überhaupt verwundbar ist. Das kann im Licht, im Dunkeln, nur an manchen Stellen oder auch in Kombination mit Lichtschüssen sein. Das macht die Bosskämpfe immer interessant und wer die Bücher vor jedem Bosskampf findet, sollte sich die Zeit nehmen, um sie zu lesen und etwas über den nächsten Gegner herauszufinden.
Wichtig für das Gameplay sind außerdem die sammelbaren Objekte. Zur Heilung braucht Garcia z.B. Alkohol, denn klarerweise macht der in der Hölle untot. Es gibt ihn in den Größenordnungen heißer Sake, Tequila und Absinth. Neben Munition und Getränken finden sich in Kisten oder beim Vernichten von Gegnern aber auch noch Juwelen in weiß oder rot. Weiße Juwelen lassen sich an Automaten oder beim durchgeknallten Dämonenhändler Christopher gegen beliebige Waren eintauschen, während rote Juwelen zur Verbesserung von Waffen-Fähigkeiten und Gesundheit eingesetzt werden. Dieses kleine Rollenspielelement verhilft so zu mehr Abwehrkräften bei Garcia, höherem Schaden, schnellerem Nachladen oder größerer Kapazität bei den Waffen.
Insgesamt bietet Shadows of the Damned also ein abgedrehte japanische Version der Hölle, die mit Charme und Spaß im Horror-Survival-Genre punkten will. Das ist sicherlich Geschmackssache, doch wer nicht immer ernsthaft an die Sache herausgeht, sollte sich das Spiel zumindest mal anschauen. Die Abwechslung zwischen Licht und Dunkelheit sorgt für Spannung und Abwechslung, hätte aber durchaus für noch mehr gut sein können. Aufgrund seiner relativ geringen Spielzeit von nur etwa 8 Stunden für einen Durchgang, ist Shadows of the Damned für den passenden Spieler eine kurze, aber dennoch gelungene psychotische Interpretation der Hölle.


Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 2,0
- die Story ist wenig einfallsreich, aber motiviert genügend, um sie fortzusetzen
- das Gameplay basiert auf Resident Evil 5 und wurde durchaus gelungen um das Spiel mit Licht und Schatten ergänzt
- besonders die Bosskämpfe machen Spaß, sind anspruchsvoll und abwechslungsreich gestaltet
- interessant ist auch das Setting als Survival-Horror-Spiel mit ständigem Humor zu unterlaufen
Grafik (20%): Note 2,7
- Shadows of the Damned sieht ordentlich aus, setzt aber nicht auf den Grafikhammer
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 2,3
- das Sounddesign ist sehr ansprechend, doch bewegt sich jedes Spiel mit ständigem Begleiter auf dem schmalen Grad zwischen unterhaltsam und nervtötend, während dem Helden markante und platte Sprüche gehören
Schwierigkeit (10%): Note 3,0
- schwierig sind eigentlich nur die Bosskämpfe, solange man den Schwachpunkt nicht erkannt hat
- die Rätsel sind deutlich zu einfach und die restliche Schwierigkeit besteht vor allem im Zeitdruck der Dunkelheit, da die Gegner zum Großteil eher Kanonenfutter liefern
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,0
- dank Johnsonpedia ist der Spieler stets informiert und kann alle wichtigen Dinge auch mitten im Spiel nochmal nachschlagen, da es zu allem Neuen erstmal einen Eintrag in der Johnsonpedia gibt
Trophäen (5%): Note 1,7
- es gibt 42 bronzene, 5 silberne, 3 goldene und die Platin-Trophäe zu holen, alles nachzulesen hier:
- die meisten Trophäen verdient man dabei nebenbei, aber aufgepasst: das Spiel muss drei Mal in den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bezwungen werden, wenn man Platin haben möchte; außerdem ist die Trophy für 80 rote Juwelen nur auf Leicht machbar
Wiederspielwert (5%): Note 4,0
- da sich am Verlauf nichts ändert, lohnt sich das Wiederspielen eigentlich nur für Trophäenjäger

Gesamteindruck: Note 2,3
Shadows of the Damned hat seine Qualitäten, die aber nicht jeden ansprechen dürften. Der japanische Wahnsinn durchbricht aber geschickt das düstere Setting mit heiteren Sprüchen und lässt so für die relativ kurze Spieldauer wenigstens keine Langeweile aufkommen. Spielbestimmend ist der Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit, der schon gut umgesetzt ist, aber noch Luft nach oben bietet.

Dienstag, 7. Juni 2011

Dead Nation bzw. Das "Welcome-Back-Paket"

Nach dem Angriff auf das PlayStation Network, versucht Sony die User mit kostenlosen Angeboten wieder gnädig zu stimmen. Das ist zumindest eine nette Geste, auch wenn mir sichere Daten sehr viel lieber wären.
Grundsätzlich sind auch gute Spiele im so genannten Welcome-Back-Paket enthalten, wobei man sich pro Account (!) zwei aus fünf Spielen aussuchen kann. Das bedeutet im Klartext: Wohl denen, die entweder mehrere Benutzer an einer PlayStation registriert haben oder die – z.B. für importierte Spiele – einen zusätzlichen ausländischen PSN-Account angelegt haben. Wer drei Accounts hat, kann sich also ohne Probleme alle fünf Spiele sichern und wer noch einen ausländischen Account hat, darf sich sogar über bis zu sieben Spiele freuen.
In Deutschland wurden die interessantesten Spiele allerdings (erwartungsgemäß) durch Spiele ersetzt, die weder von der Qualität noch vom eigentlichen Preis an die international verfügbaren Spiele heranreichen, dafür aber unter 18 Jahren freigegeben sind.
Drei Spiele gibt es daher überall zum Download: Wipeout HD + Fury, Ratchet & Clank: Quest for Booty und Little Big Planet. In Deutschland kommen außerdem hinzu: Super Stardust HD und Hustle Kings, die die international verfügbaren Dead Nation und inFAMOUS ersetzt haben. Mit einem US, UK oder AT-Account ist man also durchaus reichlich beschenkt worden...

Besonders das sogar noch relativ neue PSN-Spiel Dead Nation, das Anfang März mit dem PSN Gamers’ Choice Awards als bestes PSN-exklusives Spiel ausgezeichnet wurde, hat Beachtung verdient:


Dead Nation (1424mb)
verfügbar seit: 30.10.2010
erhältlich im Welcome-Back-Paket seit dem 03.06. 2011
in diesen Stores: US, AT & UK


Trailer:




Beschreibung:

Das Prinzip von Dead Nation ist schnell erklärt: Ein oder im Koop-Modus zwei Überlebende einer Epidemie sehen sich einer Übermacht an Zombies verschiedener Klassen gegenüber und schlagen sich von Station zu Station durch. Dazu haben sie zahlreiche Waffen zur Verfügung, die größtenteils zum Standardrepertoire des Genres zählen. Dazu gehören ein Gewehr, eine Schrotflinte und eine Maschinenpistole, aber auch ausgefallenere Waffen wie ein Flammenwerfer, ein Elektroschocker oder eine Klingenkanone. Jede der Waffen lässt sich dabei in Kategorien wie Durchschlagskraft, Magazingröße usw. aufwerten. Zusätzlich stehen aber auch noch Granaten, Molotow-Cocktails oder Dynamit zur Verfügung, wenn die eigene Waffe mal nicht ausreicht.
Die Steuerung ist ebenso einfach wie das Spielprinzip. Zudem lässt sie sich beliebig einstellen, so dass jeder die Steuerung wählen kann, die ihm am besten passt. Im Wesentlichen sind die Tasten fürs Abfeuern der Waffe, das Werfen von Objekten und das Interagieren besonders notwendig und sollten deswegen fingerschonend belegt werden. Denn es gilt: Den Abzug sollte man nie loslassen und wenn ein Zombie zu nah kommt, wird er schnellstmöglich weggeschlagen.
Grafisch ist Dead Nation auf einem guten Niveau für ein PSN-exklusives Spiel. Der Kamerawinkel ist sehr hoch angesetzt, aber es handelt sich nicht um eine Draufsicht, so dass das Zielen in alle Richtungen einfach bleibt, aber das Spiel nicht zu einem 2D-Shooter wird. Die Umgebung ist stets atmosphärisch dunkel, aber es lassen sich durchaus Details erkennen. Ebenso sind die Zombies einer Klasse natürlich nicht individuell gestaltet – was bei den Massen auch überhaupt nicht möglich wäre. Aber es gibt selbstverständlich große Unterschiede zwischen den Zombieklassen, so dass man ohne Probleme erkennt, welcher Gegner am gefährlichsten werden könnte. Und kommen zu viele Zombies auf einmal, gibt es immernoch Möglichkeiten, diese z.B. durch Alarmanlagen an Autos abzulenken oder die Autos direkt in die Luft zu jagen.
Pro Mission, die zwischen 15 und 30 Minuten dauert, kommen so durchschnittlich etwa 1000 Zombies auf den Spieler zu, wobei Endgegner leider fehlen. Allerdings sind die stärkeren Zombies auch schon schwer genug zu überleben, wenn sie mehr als dreifach vertreten sind. Um dann nicht ständig neu beginnen zu müssen, gibt es innerhalb jeder Mission einige Checkpoints, in denen sich ein Waffenshop befindet. Er versorgt den Spieler mit den bereits erwähnten Waffen, Upgrades und Munition – gegen Bares versteht sich. Das wiederum befindet sich in den überall versteckten Truhen und in den Kofferräumen der herumstehenden Autos. Auch Rüstungsteile lassen sich in großen, und sehr viel besser versteckten, Truhen finden, wodurch sich kleine Effekte in Bezug auf Kraft, Ausdauer und Agilität erzielen lassen.
Außerdem stehen insgesamt fünf Schwierigkeitsstufen zur Verfügung, so dass sich auch hier alles den persönlichen Vorlieben anpassen lässt. Vom langsamen, gemütlichen Zombiejagen bis zu hin einem anstrengenden, hektischen Überlebenskampf ist alles dabei...


Bewertung:

Note 2,0

Ein Preis-/Leistungsverhältnis im Welcome-Back-Paket anzugeben bringt nicht viel. Und weil es umsonst ist, lohnt sich zumindest das Reinschauen auf jeden Fall für jeden. Wer sich für ein Zombie-Spiel zwischendurch erwärmen kann, dem sollte Dead Nation jedenfalls nicht entgehen, solange es nichts kostet. Angesichts der normalen 14,99$ im US-Store bin ich mir noch nicht sicher, ob ich es mir kaufen würde. Mir persönlich wäre es 10$ aber durchaus wert gewesen...

Darüber hinaus hat Dead Nation seinen PSN Gamers’ Choice Award aber auch verdient, da es sowohl für einen als auch für zwei Spieler Unterhaltung über insgesamt 10 Missionen, d.h. etwa 5 bis 6 Stunden verspricht. Besonders im Koop-Modus macht das Spiel viel Spaß und in den höheren Schwierigkeitsgraden ist es auch anspruchsvoll.

Wer auch noch alle Trophäen – übrigens inkl. einer Platin-Trophäe – einheimsen will, der folgt am besten diesem Guide: http://www.ps3trophies.org/forum/dead-nation/81812-trophy-guide-roadmap-loot.html

Mittwoch, 8. September 2010

Kane & Lynch 2: Dog Days

Psychopathen und Kriminelle vereinigt euch, denn Kane und Lynch kehren nach drei Jahren zurück auf die PS3. In ihrem neuen rasanten Abenteuer schießen sie sich durch die Unterwelt Shanghais und kämpfen ums nackte Überleben.

Kane & Lynch 2: Dog Days
(Square Enix)

VÖ: 20.08.2010
Genre: Action, TPS

USK: 18
PEGI: 18+

Amazon: 60,98€, Joypoint: 54,90€
gekauft am 18.08.10 für 44,00€


Beschreibung:

Kane und Lynch haben sich bereits in ihrem ersten Abenteuer tatkräftig zur Seite gestanden und wild um sich geschossen. Dieses Mal soll aber alles anders werden, denn nach dem Deal, den die beiden nun in Shanghai durchziehen wollen, könnten sie sich getrost zur Ruhe setzen. Doch dann kommt natürlich alles anders: Der Informant dreht durch, Kane und Lynch ebenfalls und durch eine Verkettung unglücklicher Zustände sind die beiden schnell zur Zielscheibe aller geworden. Die nächsten werden 48 Stunden entscheiden - und genau aus diesen 2 Tagen besteht das Spiel. Es geht durch die Hinterhöfe und Gassen Shanghais um das pure Überleben...
Besonders grafisch haben sich die Entwickler einiges einfallen lassen und sind auf jede Menge netter Effekte gestoßen, die man sonst aus dem Internet kennt: schlechtes Licht, wackelige Kamera und fiese Pixel. Kane & Lynch 2 sieht also aus wie ein billiges Internetvideo und das macht es nicht schlecht. So werden beispielsweise Headshots oder brutale Szenen in den Zwischensequenzen direkt dick verpixelt. Wer das nicht aushält, für den ist Kane & Lynch definitiv nichts. Am Anfang sind die Effekte noch neu und machen Eindruck, doch es besteht eben auch immer die Gefahr, dass sie ganz schön nervig werden.
Ansonsten ist leider wenig neu erfunden worden, denn Kane & Lynch ist zwar ein knallharter Third-Person-Shooter, der jede Sekunde auf Action setzt, doch viel mehr ist nicht dahinter. Das Waffenrepertoire besteht aus Pistolen, Maschinengewehren, Shotguns und Sniper-Gewehren; dazu kommen noch diverse explosionsfähige Kanister und Behälter die geworfen werden können, um sie mit einem gezielten Schuss zum Explodieren zu bringen. Die Steuerung ist dabei recht einfach gehalten und erfüllt ihren Zweck einwandfrei: auf den Schultertasten befindet sich neben Zielen, Feuern und Nachladen noch das Sprinten und die Tasten sind jeweils einfach belegt mit in-Deckung-gehen, interagieren, Waffe-wechseln (nur zwei können gleichzeitig im Inventar sein!) und ein-menschliches-Schutzschild-nehmen. Als schönes Extra kann man sich mit den Pfeiltasten noch fallengelassene Waffen sowie kleine Hilfestellungen anzeigen lassen.
Neben dem einfachen Story-Modus - und für mich entscheidender Kaufgrund im allgemeinen Shooter-Getümmel - war der Offline-Koop-Modus, den leider nur wenige Spiele bieten. Viel weit verbreiteter ist der Online-Multiplayer, bei dem drei Modi auf sechs verschiedenen Maps gespielt werden können: Fragile Alliance, Undercover Cop und Cops and Robbers. Letzter Modus von Kane & Lynch 2 ist der Arcade Mode, der ein Multiplayer-Modus mit sieben KIs ist.


Gameplay:



Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 3,0
- die Story entwickelt sich schnell und bleibt einfach: 48 Stunden in Shanghai überleben!
- die Steuerung erfüllt ihren Zweck, spielt sich aber wie jeder Shooter
Grafik (20%): Note 3,0
- die Grafik ist eine Streitfrage: coole Effekte vs. nerviges Geflacker - manche werden es lieben, manche hassen
- im Spiel führt die Effektüberladung jedoch öfters dazu, dass das Licht blendet und man Gegner leicht übersieht; man übersieht beim Sprinten durch die Shaky-Cam aber auch die vielen recht kargen grauen Flure leichter
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 4,0
- Musik: Fehlanzeige, was wahrscheinlich dem gesamten Internetvideo-Konzept geschuldet ist - mir fehlt eine gewisse Untermalung an manchen Stellen aber schlichtweg
- die Sprachausgabe wurde nicht lokalisiert, was manche Dialoge nur schwer verständlich macht - nicht nur aufgrund des Englischen, sondern wegen der Hintergrundgeräusche, dem ständigen Gebrülle und den wüsten Beschimpfungen
Schwierigkeit (10%): Note 2,0
- die vier Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich tatsächlich entscheidend: auf Leicht gibt es Kanonenfutter und auf Extrem wird jeder Fehler bestraft
Trophäen (5%): Note 3,0
- von den 52 Trophäen (inkl. Platin) sind 23 durch die Singleplayer-Modus, 5 nur im (On- oder Offline-)Koop-Modus und 23 im Multiplayer-Modus (Arcade oder Ranked Matches) zu verdienen
Wiederspielwert (5%): Note 3,0
- da die Story nicht besonders viel hergibt und Kane & Lynch mit einer sehr kurzen Spielzeit daherkommt, sind höchstens die Multiplayer-Matches noch interessant - außer man braucht dringend alle Trophäen

Gesamteindruck: Note 3,0
Kane & Lynch 2: Dog Days wollte eine neue Präsentation in einen einfachen Shooter einbauen. Was ihnen gelungen ist, ist ein durchschnittlicher Shooter mit speziellen visuellen Effekten. Für die schnelle Action zwischendurch reicht das allemal aus, aber viel mehr kann das Spiel leider nicht liefern.

Dienstag, 22. September 2009

Wet AT

Wet polarisiert, denn entweder man hasst es oder man liebt es. So lässt sich herrlich darüber streiten, ob der B-Movie-Effekt das Spiel einzigartig macht oder der Effekt auf Dauer nervt. Müssen die Charaktere authentisch sein oder darf ein Spiel auch mit überzeichneten und stilisierten Charakteren auskommen? Vor der Kaufentscheidung also erstmal zwei Überlegungen: Das Spiel ist nichts für Freunde von glasklarer Sicht und realitätsnahen Charakteren! Wem das bei einem Shooter entweder egal ist oder wer sich - wie ich - gerade auf den ständigen Effekt und die Atmosphäre à la Tarantino besonders freut, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen. Für alle Unentschlossenen gibt es seit einigen Wochen die Demo, die mit dem Tutorial des Spiels bereits einen guten Einblick in das Gameplay gibt, ohne jedoch etwas von der Story zu verraten, denn das eigentliche Spiel beginnt erst nach diesem Tutorial.


Wet AT
(Bethesda)
UK/AT: 18.09.2009
D: 21.09.2009
Genre: Action TPS
USK: keine Altersfreigabe
PEGI: 18+

Amazon: 59,99€, Joypoint: 54,90€

gekauft am 15.09.09 (!) für 46,00€

Screenshots: hier!
Trailer: hier!

Beschreibung:

Das Spiel ist eine Kombination aus einem guten Quentin Tarantino Film gepaart mit Elementen aus Uncharted, Tomb Raider und Stranglehold. Es bietet Non-Stop-Action und ein sehr schnelles aber auch abwechslungsreiches Abenteuer mit realistischen Schauplätzen auf mehreren Kontinenten.
So beginnt das Spiel erst ein Jahr nach dem Tutorial, als „Problemlöserin“ Rubi Malone einen weiteren Auftrag bekommt, der sie nach und nach in die Geschichte verstrickt. Diese wurde übrigens von Duppy Demetrius mit einigen Wendungen versehen, der u.a. für die TV-Serie „24“ geschrieben hat. Ebenso kommen die Synchronstimmen fast aller Charaktere direkt aus Hollywood und die Musik scheint sehr von Tarantino - insbesondere Reservoir Dogs - inspiriert zu sein.
Auf ihren Weg stellen sich Rubi Horden von Gegnern entgegen, die es zuerst mit Schwert und Pistolen und später dann mit Schrotgewehren, Maschinengewehren und Armbrüsten auszuschalten gilt. Damit das Spiel aber nicht zu einem immer gleichen Shooter „verkommt“ haben sich die Entwickler einiges einfallen lassen: so gibt es Arena-Kämpfe, bei denen solange Gegner in die Arena strömen, bis man diverse Tore geschlossen hat, oder actionlastige Verfolgungsjagden, bei denen Rubi mit Hilfe von Quick-Time-Events auf Autos surft, einen sehr erfrischenden Flugzeugabsturz ohne Fallschirm (über den nicht mehr verraten werden soll) und den Blutrauschmodus, bei dem man schnellstmöglich eine Masse von Gegnern niederstrecken muss, bis man am Ende des Abschnitts angekommen ist. Zwischendurch gibt es auch immer wieder längere Kletter- und Sprungpassagen, die stark an Uncharted erinnern. Außerdem muss man Rubi jedes Mal, wenn man eine neue Waffe erworben hat, durch einen Trainingsparcour auf ihrem Flugzeuggelände manövrieren, wodurch das Spiel noch mehr aufgelockert wird. Einziges Manko in der Abwechslung sind die Endgegner, die sich in den Arenen befinden oder in Videosequenzen auftreten, denn diese sind schon nach einigen Schüssen und ein paar wenigen Quick-Time-Events besiegt.
Aber auch das Gameplay sorgt dafür, dass Wet nicht nur ein weiterer Shooter ist: anstatt sich langsam um Ecken zu schleichen, hinter Türen, Tischen oder Sonstigem zu lauern und aus der Deckung heraus anzugreifen, sind hier Schnelligkeit, Akrobatik und knallhartes Nach-Vorne-Gehen gefragt. So springt und rutscht Rubi durch die Level, läuft an Wänden entlang oder turnt an Stangen, um ihre Gegner aus allen Lagen unter Beschuss zu nehmen. Das funktioniert im Übrigen durch das toll umgesetzte 360°-Zielen wunderbar, das jedesmal ausgelöst wird, wenn Rubi während einer akrobatischen Aktion ihre Waffen abfeuert. Dann setzt die Zeitlupe ein, man zielt mit einer Waffe selbst auf die Gegner und die andere Waffe zielt automatisch auf einen nahen Gegner (das lässt sich aber auch später abstellen, so dass man die volle Waffengewalt besitzt!).
Für jeden getöteten Gegner und den Abschluss einer Arena gibt es Stilpunkte, die von vielen Faktoren abhängen. Die akrobatische Leistung wird bewertet, die Trefferzone und in Arenen auch die Zeit, in der die Arena „gesäubert“ wurde. Werden mehrere akrobatische Aktionen, z.B. vom Springen ins Rutschen, aneinandergereiht steigt die Punktzahl ebenso wie der Multiplikator, wenn man schnell mehrere Gegner tötet. Die verdienten Stilpunkte können jeweils nach dem Abschluss einer Arena oder eines Levels in Rubis Fähigkeiten oder ihre Waffen investiert werden, damit man noch effektiver und auch schöner gegen die Gegner ankommt.
Und für alle, die zwischendurch mal eine Pause machen wollen und die Umgebung erkunden möchten, gibt es auch noch eine Aufgabe zu bewältigen: das Affenspielzeug-Sammeln. In jedem Level sind 5 Affenspielzeuge versteckt, die sich zwar bemerkbar machen, wenn man in ihre Nähe kommt, aber den Weg dorthin zu finden, ist eine ganz andere Sache…
Hat man das Spiel zum ersten Mal bezwungen (egal, in welchem Schwierigkeitsgrad), schaltet man zwei weitere Modi frei: die Flugzeugschrottplatz und den Punktezählmodus. Auf dem Flugzeugschrottplatz, der bereits aus den Trainingsparcours bekannt ist, kann sich Rubi frei bewegen und sich diversen weiteren Parcours im Laufen und Schießen mit allen Waffen stellen oder einfach die 25 versteckten Skorpione jagen. Im Punktezählmodus wird man mit allen Upgrades ausgestattet erneut auf die Level losgelassen, um eine vorgegebene Punktzahl zu überbieten. Hier gilt es, möglichst viele Stilpunkte zu sammeln, also schnelle und schön anzusehende Kills zu erreichen.


Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 1,7
- Wet spielt sich trotz der enormen Schnelligkeit sehr gut und alle akrobatischen Aktionen lassen sich wunderbar kombinieren, ebenso gelungen ist das 360°-Zielsystem und die Zeitlupe
- Abwechslung ist durch die vielen unterschiedlichen Teilstücke der Level immer garantiert, die gut ineinandergreifen und sehr unterhaltsam sind
- minimale Abzüge gibt es hingegen wegen der nicht vorhandenen Boss-Fights bzw. dem Fehlen wirklich starker Gegner, die nur durch Masse kompensiert werden sollen, und diezwar gute aber leider zu kurz geratene Story mit nur 12 Kapiteln ( 18 - 24 Kapitel wären perfekt gewesen, gerade weil manche Kapitel nur aus einer Verfolgungsjagd bestehen )
Grafik (20%): Note 1,3
- B-Movie-Effekt hin oder her, das Spiel sieht einfach klasse aus: sehr detaillierte Animationen, Gegner und Umgebungen setzen das Spiel in das richtige Licht
- für mich persönlich ist das B-Movie-Effekt übrigens genau das, was das Spiel noch ein Stück besser macht, da er zum gesamten Setting passt und mich während des Spiels nicht ein Mal gestört hat
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 1,0
- coole Sprüche und überzeichnete Charakter werden von authentischem Rock unterlegt, das passt zum Spiel und die Jukebox-Funktion als zusätzlicher Inhalt sorgt auch für zusätzlichen Spaß
Schwierigkeit (10%): Note 1,0
- ganze 5 Schwierigkeitsgrade bieten für alle Spielertypen einen anspruchsvollen Durchlauf, wobei die Gegner im einfachsten Grad tatsächlich nur Kanonenfutter darstellen, in schwierigeren Graden aber gnadenlos draufhalten – wie man selbst eben!
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,7
- die Beschreibung ist recht kurz, aber sehr übersichtlich und beinhaltet alle notwendigen Informationen, die aber auch im Tutorial nochmal sehr gut erklärt werden; zusätzlich können alle Manöver auch während des Spiels über die Select-Taste abgerufen werden
- auch die Menüführung ist übersichtlich und lässt nichts zu wünschen übrig
Trophäen (5%): Note 1,0
- 26x Bronze, 10x Silber, 4x Gold und die obligatorische Platin-Trophäe garantieren eine Menge Spielspaß, denn sie wurden sehr schön auf alle Modi verteilt und haben ein paar härtere Aufgaben dabei, die nur nach längerer Spielzeit machbar sind
Wiederspielwert (5%): Note 1,3
- der Wiederspielwert ist sehr hoch, weil das Spiel sehr kurzweilig ist und daher auch das zweite ( oder dritte ) Durchspielen nicht langweilig wird und weil die zusätzlichen Modi eine neue Herausforderung darstellen

Gesamteindruck: Note 1,3
- für jeden Tarantino-Fan ein absolutes Muss - wer Tarantino nicht mag, wird das Spiel auch anders sehen -, bietet Wet eine gute Story und ein sehr gutes Gameplay, das allerdings geübt werden will, gespickt mit stilisierten Charakteren und ständiger Action


P.S.: Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf den zweiten Teil, den das Ende doch schon sehr nahe legt!



[Update 24.09.09:]


Extra-Video-Service:

Alle Skorpione findet ihr hier!
und alle Affenspielzeuge hier!

Montag, 14. September 2009

Tops und Flops, #4: Resident Evil 5

Heute ist es also soweit: der unangefochtene erste Platz meines Rankings steht an und das ist natürlich Resident Evil 5. Sagen muss ich dazu nicht mehr viel, außer vielleicht, dass ich gerne eine 1,0 vergeben hätte, aber das aus einem einfachen Grund nicht tun werde - was, wenn ein noch besseres Spiel kommt?


Resident Evil 5 US
(Capcom)
VÖ weltweit: 13.03.2009
Genre: Action TPS
USK: keine Jugendfreigabe
PEGI: 18+
ESRB: M

Amazon: 69,90€, Joypoint: 44,90€
gekauft am 12.03.09 (!) für 50,00€

Screenshots: hier!
Trailer: hier!

Gameplay und Story (35%): Note 1,3
- das Spiel spielt sich hervorragend und macht eine Menge Spaß, die Story stellt eine gute Weiterführung der anderen Resident Evil Teile dar, auch wenn es durch die Rückblenden nicht unbedingt wichtig ist, die Vorgeschichte zu kennen
- besonders im Ko-op-Modus, der sowohl an einer PS3 als auch von zwei PS3s (hier sind Headsets sehr vorteilhaft!) aus gespielt werden kann, ist Resident Evil spannend
- auch nach dem ersten Durchspielen bietet sich mit dem Söldner-Modus eine neue Möglichkeit an, die viel Spaß bereitet und in dem man sich mit den besten der Welt messen kann
Grafik (20%): Note 1,3
- das Spiel sieht sehr gut aus: die Charaktere, die Gegner und die Umgebung sind schön detailliert und hübsch anzusehen
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 1,7
- der Sound untermalt die Szenerien und es ist schön, dass der englische Originalton nicht durch einen deutschen ersetzt wurde, sondern es nur die Möglichkeit zu deutschen Untertiteln gibt
Schwierigkeit (10%): Note 1,0
- vom Anfänger bis zum Profi ist für jeden eine Schwierigkeitsstufe dabei, denn es gibt gleich vier Stück davon, wobei die schwerste Stufe erst nach dem Durchspielen der zweitschwersten Stufe freigeschaltet wird
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,0
- die englische Beschreibung ist übersichtlich, erklärt alles Notwendige und sieht auch noch grafisch sehr gut aus, ebenso das Menü und alle Aktionen werden auch im Spiel noch einmal an den entsprechenden Stellen erklärt
Trophäen (5%): Note 1,7
- 45 bronzene, 14 silberne, eine goldene und eine Platinum-Trophäe sind zu ergattern und auch hier gibt es viele Trophäen im Vorbeigehen, aber auch einige harte Nüsse
Wiederspielwert (5%): Note 1,0
- obwohl die Story sich nicht verändert, ist es dennoch interessant, das Spiel auf allen Schwierigkeitsstufen durchzuspielen, dabei gute Bewertungen zu bekommen, alle Waffen aufzumotzen und alles Freischaltbare zu erspielen, dazu kommt noch der Söldner-Modus, der auch immer wieder Spaß macht
- für alle Besitzer einer Nicht-deutschen-Version gibt es außerdem noch den Versus-Modus als Download Content, der noch einmal neue Varianten des Söldner-Modus und das Gegeneinander-Spielen beinhaltet (Bild 3 der Screenshots!)

Gesamteindruck: Note 1,3
- ein nahezu perfektes Spiel mit dem man sich lange beschäftigen kann und an dem man jederzeit Spaß hat und das zwar weniger auf den Horror des vergangenen Resident Evil Teile setzt, aber dafür mehr Shooter-Elemente bekommen hat und deswegen als wahrscheinlich bester TPS überhaupt absolut zu empfehlen

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