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Freitag, 20. Mai 2011

L.A. Noire

Schon wieder ein Jahr vorbei, so dass es endlich das neue Spiel von Rockstar Games gibt: Diesmal kommt mit L.A. Noire aber ein Spiel, das nicht in das herkömmliche Rockstar-Schema passt. Es ist ein Detektiv-Spiel, mit packender Story und einem ganz neuen Spielstil.


L.A. Noire
(Rockstar Games)

VÖ: 20.05.2011
Genre: Detektiv-Adventure, Open World

USK: 16
PEGI: 18+

Amazon: 59,90€ Joypoint: 54,90€
gekauft am 18.05.11 (!) für 49,00€



Trailer:




Beschreibung:

Rockstar Games Titel werden eigentlich blind gekauft – für die PS3 sind das GTA, Red Dead Redemption und nun L.A. Noire. Wer aber ein neues GTA oder Red Dead Redemption mit neuem Setting erwartet, der wird diesmal enttäuscht werden.
L.A. Noire hat einen anderen Anspruch: Es handelt sich um ein Detektiv-Abenteuer im L.A. der Nachkriegszeit. Als aufstrebender Polizist steht Cole Phelps am Anfang seiner Karriere, die ihn durch verschiedene Dezernate der Polizei von Los Angeles mit verschiedenen Partnern an seiner Seite bis an die Spitze führen soll. Zu Beginn schlägt er sich mit Verkehrsunfällen herum, später mit Morden, Drogendelikten und anderen großen Straftaten. Dabei liegt der Fokus ganz klar auf den Ermittlungen und Verhören – und nicht etwa auf wilden Verfolgungsjagden und möglichst vielen toten Verbrechern, obwohl sich manche Fälle wohl nicht anders lösen lassen... Die Fälle laufen dabei stets nach einem Schema ab: Zuerst wird der Tatort untersucht, d.h. Hinweise müssen gefunden und Zeugen vernommen werden. Dabei kommen die zwei Kern-Features zum Tragen. Das ist zum einen das Absuchen des Tatorts und anderer interessanter Orte wie z.B. die Wohnungen von Verdächtigen. Dabei können nahezu alle Dinge in der Umgebung untersucht werden, was durch ein kurzes vibrieren des Dualshock Controllers angezeigt wird. Nicht alle Dinge sind nützlich, doch relativ viele Gegenstände lassen sich als sachdienliche Hinweise verwenden. Sie werden im Notizbuch notiert und können so jederzeit eingesehen werden. Ebenfalls im Notizbuch finden sich außerdem die Adressen von Zeugen, Verdächtigen und wichtigen Orten sowie die Fragen, die in einem Verhör gestellt werden können. Diese hängen davon ab, welche Hinweise vor dem Verhör gefunden worden sind und wie die Fragen beantwortet wurden. Damit kommt das zweite Kern-Feature ins Spiel. In Verhören wird zunächst eine Frage aus dem Notizbuch gestellt, woraufhin der/die Verhörte seine Antwort preisgibt. Dabei gilt es sie oder ihn genaustens zu beobachten, um eventuelle Hinweise darauf zu erlangen, ob er oder sie lügt, die Wahrheit sagt oder noch nicht alles preisgegeben hat. In diesem Fall können Aussagen auch angezweifelt werden. Lügt jemand, muss ihm das auch nachgewiesen werden – etwa durch gefundene Hinweise oder Aussagen anderer Personen, die im Notizbuch gespeichert wurden. So kommt Agent Phelps im besten Fall der Wahrheit immer näher, bis er genügend Beweise gesammelt hat, um einen Verdächtigen beschuldigen und hinter Gitter bringen zu können.
Eine nette, actionreichere Abwechslung bringen die insgesamt 40 Straßenverbrechen, die im Laufe des Spiels freigeschaltet werden. Dabei handelt es sich um Einsätze, zu denen man gerufen wird, während man durch L.A. fährt. Sie sind optional und es handelt sich dabei immer um kleinere Aufgaben wie einen Straßenräuber zu schnappen oder einen Bankraub zu verhindern. Bei den Straßenverbrechen gibt es dann doch die Verfolgungsjagden und Schießereien, die man von Rockstar gewohnt ist. Dabei spielt sich L.A. Noire dann auch fast wie ein GTA-Ableger: die Fahrzeugsteuerung funktioniert ebenso gut und das Kampfsystem arbeitet wieder mit dem bekannten Lock-On-System. Dass diese beiden Features nicht besonders verbessert wurden, zeugt ebenfalls davon, dass das Augenmerk auf den detektivischen Aspekt gelegt wurde.
Dafür wurde ein anderes System eingeführt und zwar der Rangaufstieg. Pro erledigtem Straßenverbrechen und richtig beurteilter Frage in einem Verhör gibt es Erfahrungspunkte, um insgesamt bis zu Stufe 20 aufzusteigen. Das hat allerdings keine großartigen Auswirkungen auf das Spiel, außer dass es ein paar neue Anzüge gibt, die (kaum merkliche) spezielle Fähigkeiten mit sich bringen. Erfahrungspunkte lassen sich außerdem durch diverse Sammelaufgaben bekommen, was das tatsächlich einzige an L.A. Noire ist, was es zu einem Open World-Spiel macht. Darunter fallen das Fahren von allen 95 verschiedenen Fahrzeugen, das Finden von den 30 Sehenswürdigkeiten und den 50 versteckten Filmrollen, die überall in L.A. herumliegen.

Insgesamt ist L.A. Noire also langsamer und tiefgehender als andere Rockstar Spiele. Es definiert eine neue Art von Spielerfahrung durch die Ermittlung und die Verhöre, die das Spiel sehr interessant machen. Dabei beeindruckt es außerdem durch die extrem realistische Grafik, die besonders bei den Charakteren im Verhör und natürlich in den Zwischensequenzen zum Tragen kommt. Dazu nun noch ein kleines Developer Diary, um den Aufwand zu zeigen, der betrieben wurde, um das Spiel erst möglich zu machen:




Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 1,7
- Rockstar hat einen neuen Weg eingeschlagen: statt nahezu völlig freiem Open World und dutzenden Möglichkeiten zur Zeitverschwendung, geht man nun einen klaren Pfad mit einer sehr guten Story und glaubhaften Charakteren
- sehr positiv ist außerdem das Detektiv-System mit der Erkundung des Tatorts und den zahlreichen Verhören; allerdings leidet das Kampfsystem darunter – rätselhaft, weshalb das nicht einfach aus früheren Titeln kopiert wurde wie das Fahrverhalten
Grafik (20%): Note 1,0
- L.A. Noire sieht fantastisch aus – vor allem in den Film-Sequenzen und in den Gesichtszügen aller Charaktere, aber auch bei Kleinigkeiten wie Autounfällen oder dem Treffen jeder Treppenstufe beim Laufen
- die Stadt, (intakte) Autos und Orte, die nicht Schauplatz von etwas Besonderem sind, sehen auch solide aus, setzen aber keine neuen Standards
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 2,0
- noch kein Spiel von Rockstar Games wurde synchronisiert, was ich persönlich sehr gut finde; allerdings sind auch bei guten Englischkenntnissen manche Fachbegriffe nicht immer sofort verständlich, wodurch bei Verhören der Blick ab und zu vom Gesicht des/der Verhörten zum eingeblendeten Text wandert – da aber auch nach dem Beantworten der Frage noch beobachtet werden kann, wie sich der/die Verhörte verhält, stellt das kein Problem dar
- die musikalische Untermalung funktioniert einwandfrei und vertieft die Stimmung des Spiels
Schwierigkeit (10%): Note 1,0
- es gibt keine Schwierigkeitsstufen zur Auswahl, aber da der Fokus auf der Detektivarbeit liegt und nicht auf wilden Schießereien ist das auch gar nicht nötig...
- ... vielmehr braucht man Geduld bei der Ermittlung und eine gute Beobachtungsgabe in den Verhören, um einen Fall gut abzuschließen
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,0
- Rockstar ist dafür bekannt, gut in Spiele einzuführen und bei leichten Einstiegsaufgaben das Gameplay professionell zu erklären und das hat sich auch hier nicht geändert
Trophäen (5%): Note 2,0
- neben der Platin-Trophäe gibt es 4x Gold, 10x Silber und 26x Bronze zu ergattern
- alle Trophäen sind dabei relativ einfach zu bekommen, aber teilweise sehr zeitaufwendig (z.B. alle Fahrzeuge zu fahren, die sich optisch nur geringfügig unterscheiden oder alle Fälle mit 5 Sternen abzuschließen)
Wiederspielwert (5%): Note 3,0
- die Story an sich ist es wert, erneut gespielt zu werden, aber leider gibt es zu wenig in L.A. zu tun, um den Spielspaß länger aufrecht zu erhalten; da ändern auch die 40 Straßenverbrechen nichts daran

Gesamteindruck: Note 1,4
L.A. Noire ist ein beeindruckendes Detektiv-Abenteuer, aber nicht blind mit Rockstar Games zu identifizieren. Das liegt zur einen daran, dass es nicht die bekannten Open World-Elemente besitzt, zum anderen daran, dass es weniger Action gibt. Das, was L.A. Noire aber sein will erreicht es auf ganzer Linie: ein Spiel für Ermittler, Entdecker und Kriminologen mit wunderbarer Grafik und einem einzigartigen Spielstil.

Donnerstag, 2. September 2010

Mafia 2

Für alle Teilzeit-Mafiosi und Open World-Freunde kommt direkt nach der Sommerpause Mafia 2. Trotz oder gerade aufgrund des ungewöhnlichen Einstiegs mit einem Zweiter Weltkriegs-Setting und der daraus resultierenden linearen Story um Vito Scaletta, ist Mafia 2 einen Blick/Kauf wert.


Mafia 2
(2k Games)

VÖ: 27.08.2010
Genre: Action, Open World

USK: 18
PEGI: 18+

Amazon: 49,95€, Joypoint: 54,90€
gekauft am 28.08.10 für 49,00€


Beschreibung:

Hauptdarsteller der Mafia-Story, die sich in den 1940ern und 50ern abspielt, ist Vito Scaletta, der schon früh die kriminelle Laufbahn eingeschlagen hat. Nachdem er bei einem Juwelierdiebstahl festgenommen wird, muss er für die Vereinigten Staaten im Zweiten Weltkrieg auf Sizilien kämpfen - die Armee braucht dringend Soldaten, die Italienisch sprechen, und alles ist besser als im Knast zu sitzen. Sein Freund und Partner Joe konnte allerdings beim Raub fliehen und als Vito aus Sizilien zurückkehrt, hat Joe sich bereits zu einem kleinen Mafiosi hochgearbeitet. Er hilft Vito aus der Armee zu kommen und die „richtigen“ Bekanntschaften zu machen. Daraus entwickelt sich eine sehr lineare Geschichte, in der Vito immer weiter in die Kreise der Mafia vordringt und gewollt oder ungewollt den einen oder anderen Job in Empire Bay übernimmt, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Für ein Open World-Spiel ist diese starke Linearität zwar eher abträglich, doch im Falle von Mafia 2 ist das kein Manko, da sie den Fokus auf die gute Handlung legt. Wem das nicht reicht, der kann vor oder nach jedem Job bis zum Schlafen noch die Stadt erkunden, so lange er Lust hat.
Die Stadt ist ein grafisches Spiegelbild der Historie, denn während des Krieges spielt die Geschichte im winterlichen Grau. Zu Beginn der 1950er Jahre ändert sich das Bild und Menschen sowie Stadt und Autos erblühen in sommerlichen Farben. Hier haben die Entwickler die Atmosphäre sehr schön eingefangen und schaffen es gut, sie zum Spieler zu transportieren. Ebenfalls gut gelungen sind die Zwischensequenzen, die einen relativ hohen Anteil des Spiels ausmachen, ohne aber zu stören oder das Geschehen unnötig in die Länge zu ziehen. Vielmehr ziehen die unterhaltsamen Filme den Betrachter in die Mafia-Welt hinein und bieten eine willkommene Abwechslung zum ewigen von A nach B fahren, welches man aus anderen Spielen kennt - aber keine Sorge, Auto gefahren wird trotzdem noch ziemlich ausgiebig, womit die Steuerung ins Spiel kommt:
Auch diese ist sehr gut gelungen, denn sie verzichtet komplett auf komplizierte Tastenkombinationen und setzt auf Einfachheit, die sich auszahlt. Mit einem Tastenset für Vito zu Fuß und einem weiteren fürs Autofahren geht die Steuerung intuitiv und schnell in Fleisch und Blut über. Während zu Fuß alles klassisch im Stile eines GTA über die Bühne geht (Zielen, Schießen, Deckung suchen, Laufen, in ein Auto steigen und diverse kontextabhängige Aktionen), hält die Steuerung in Wagen eine sinnvolle Neuerung bereit: den automatischen Geschwindigkeitsbegrenzer. Dieser sorgt dafür, dass Vito nie zu schnell fährt und somit nicht mit der Polizei in Konflikt gerät. Ansonsten wird aber auch hier auf die bewährte Steuerungsart gesetzt (Gas, Bremse/Rückwärtsgang, Handbremse und fertig ist das Set). Zu diesen beiden Sets kommt nur noch die 3-Tasten-Extra-Steuerung der Box-Kämpfe von denen es einige im Spiel zu bestreiten gibt - auch die Mafia löst eben nicht alles direkt mit der Kanone. Tut sie es allerdings doch, ist Vito ebenfalls gut ausgerüstet: neben einigen Pistolen gibt es Shotguns sowie Maschinengewehre aus den entsprechenden Dekaden. Nimmt man sie nicht direkt seinen Widersachern ab, kann man sie auch bequem im Waffenladen um die Ecke kaufen. Des Weiteren stehen auch Bekleidungsläden und Werkstätten zur Verfügung, um das hart verdiente Geld, welches es für erledigte Jobs oder das Verschrotten/Verkaufen von gestohlenen Autos gibt, wieder zu investieren. Wird man beispielsweise per Steckbrief gesucht, ist es ratsam, sich umzuziehen; wird das Nummernschild des Autos gesucht, sollte man das wechseln lassen oder den Wagen gleich umlackieren und tunen. Allerdings braucht Vito nicht besonders große Angst vor den Polizisten in Empire Bay zu haben, denn sie sind leider nicht mit der nötigen KI ausgestattet, um ihm Paroli bieten zu können. Weitaus gefährlicher sind da die anderen Mafiosi und Banden, die nicht so leicht auszuschalten sind.
Noch eine weitere Errungenschaft der 50er Jahre darf natürlich nicht fehlen: der Playboy wird mit 50 sammelbaren Magazinen gefeiert, die in den Innenräumen von Empire Bay herumliegen. Wenn das mal nicht wesentlich interessanter ist, als 200 Tauben zu jagen... Aber leider hat auch die langweilige Version des Sammelwahns Einzug in Mafia gehalten: draußen kleben noch 169 Fahndungsplakate.


Gameplay:



Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 2,0
- Das Gameplay ist sehr einfach gehalten, was dem Spielspaß zu Gute kommt und den Einstieg enorm erleichtert; die Bewegungen zu Fuß als auch im Auto funktionieren sehr gut und es gibt auf dem Controller sogar noch Platz für sinnvolle Verbesserungen wie die Geschwindigkeitsbeschränkung, um im Verkehr nicht aufzufallen oder das einfache 3-Tasten-Boxen
- einzig die relativ dämliche Polizisten-KI ist fragwürdig, denn es reicht meistens, eine 180°-Drehung zu machen oder so lange stehen zu bleiben, bis die Polizisten sich aus ihrem Wagen bewegen, um dann wieder Gas zu geben - insgesamt sind die Polizisten also eigentlich nie eine Gefahr
- die Betonung der Story ist Mafia 2 sehr wichtig, so dass die Aufträge linear ablaufen und kaum Möglichkeiten der Variation bieten (man beachte die Trophäen, um Variationen zu finden!); dennoch überzeugt die Story durch ihre konsequente Art mit einem gewissen Tiefgang
Grafik (20%): Note 2,3
- Empire Bay ist eine relativ kleine Stadt (für derzeitige Open World-Verhältnisse), die zwar detailliert aufgebaut ist, aber in der viele Klone hausen; und wo im Winter noch dicker Schnee liegt, in dem Fußspuren hinterlassen werden, befindet sich im Sommer nur eine grüne Textur
- schön sind hingegen die Filmsequenzen sowie die Autos der 50er Jahre; doch leider gibt es davon nicht allzu viele - nur 36
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 2,3
- musikalisch ist Mafia 2 natürlich an die Musik der 40er und 50er Jahre angelehnt, was zwar nicht jedermanns Sache ist, aber Authentizität verspricht
- leider sind die deutschen Synchronstimmen nicht allzu gut; Vito geht zwar noch, aber wenn der alte Consigliere Leo von Homer Simpsons Synchronstimme gesprochen wird, hört der Spaß auf! (englisch ist hier die deutlich bessere Wahl)
Schwierigkeit (10%): Note 3,0
- zwar gibt es drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, doch eine wirklich Veränderung konnte ich zwischen Mittel und Schwer jedenfalls nicht feststellen; schon auf Mittel können einzelne Schüsse tödlich für Vito sein oder kleine Autounfälle führen zu seinem vorzeitigen Ableben
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,0
-ein gutes Spiel mit sinnvoller Tastenbelegung und einfacher Steuerung braucht weder eine lange Beschreibung noch eine komplizierte Menüführung und eine Tutorial-Mission ist ebenfalls komplett ausreichend
Trophäen (5%): Note 1,3
- 35x Bronze, 10x Silber, 2x Gold und 1x Platin sind zu holen
- besondere Aufmerksamkeit wurde dabei auf die Bewältigung von schwierigeren bzw. längeren Lösungswegen gelegt; z.B. das Ausschalten des Alarms vor einem Raub; aber auch teilweise lästige Sammelaufgaben (Magazine/Plakate)
Wiederspielwert (5%): Note 3,0
- hier ist die lineare Struktur selbstverständlich von Nachteil, denn bis auf ein paar wenige Möglichkeiten, die Missionen abzuschließen, kommt nichts Neues mehr (aber vielleicht kann der DLC „Jimmys Vendetta“ da weiterhelfen)

Gesamteindruck: Note 2,0
Mafia 2 bietet für gute 10 Stunden Unterhaltung mit netter Story und durchdachtem Gameplay. Wäre selbst bei linearen Missionen doch noch ein wenig mehr Platz für Open World-Erkundungen und Aufgaben gewesen, hätte noch eine Menge mehr dabei rauskommen können.
Außerdem gibt es für Käufer der Originalversion den DLC „Jimmys Vendetta“ kostenlos dazu. (Ein separates Review dazu folgt natürlich noch...)

Freitag, 28. Mai 2010

Red Dead Redemption

Red Dead Redemption ist der Open World-Western der GTA-Macher von Rockstar. Da verwundert es kaum, dass sich Rockstar dabei auf sein bewährtes System verlässt und allem einen Western-Anstrich verpasst. Aber natürlich ist Red Dead Redemption trotz aller Vergleiche mehr als nur ein Western-GTA.

Red Dead Redemption
(Rockstar Games)

VÖ: 21.05.2010
Genre: Western, Open World

USK: 18
PEGI: 18+

Amazon: 67,40€, Joypoint: 57,50€
gekauft am 19.05.10 für 47,00€

Trailer im Mai-Preview!


Beschreibung:

Red Dead Redemption spielt 1910 und besitzt ein klassiches Wild-West-Setting. Zwischen den noch relativ frisch besiedelten südlichen Teilen der USA und dem in einer Revolution befindlichen Mexiko spielt die Geschichte von John Marston, der von der Regierung dazu gezwungen wird, seine alte Gang zur Strecke zu bringen. Die Leute, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist, muss er einen nach dem anderen stellen und erledigen, um seine Frau und seinen Sohn wiederzusehen. Als erfahrener Revolverheld und muss er sich noch einmal beweisen, bevor er seinen Traum vom ruhigen Rancherleben leben kann…
Dabei setzt Rockstar Games auf das System, das bereits aus GTA bekannt ist: auf der Karte befinden sich Initialen verschiedener Personen die mit Aufträgen warten und so die Story vorantreiben. Alle Charaktere sind wieder einmal herrlich überzeichnet und repräsentieren einen bestimmten Typ des Wilden Westens. Sie arbeiten – wie John – in erster Linie für ihr eigenes Wohl, doch dafür kommt John seinem Ziel mit ihrer Hilfe immer ein kleines Stück näher. Verbündete finden sich dabei auf allen Seiten und in jedem Lager wieder: Agenten der Regierung, Rebellen, Sheriffs, Rancher, Scharlatane und Wahnsinnige.
Darüber hinaus bietet der Wilde Westen aber noch vieles mehr für Umherschweifende, die sich die Zeit bis zur nächsten großen Mission vertreiben wollen. In den Städten gibt es einige Einkaufsmöglichkeiten in Gemischtwarenläden, bei Büchsenmachern oder bei Schneidern. Im Saloon kann sich der müde Held betrinken oder schnelles Geld bei Mini-Spielen (Poker, Blackjack, Würfelpoker, Hufeisenwerfen, 5 Finger Fillet und Armdrücken) verdienen. Und sollte dabei Langeweile aufkommen, gibt es auch noch Kinos zur Unterhaltung. Auf seinen Reisen wird John auch noch von einigen Fremden angesprochen, die entweder mit Aufträgen daherkommen oder die ihn um kurze Hilfeleistungen bitten. Diese sind zwar rein optional, aber erfüllt John die Forderungen oder hilft seinen Mitmenschen, dann steigt nicht nur sein Ruhm als Westernheld sondern auch seine Ehre. Gibt John sich hingegen seinen alten Gewohnheiten hin und ermordet einen Gesetzeshüter oder betreibt ein wenig Vandalismus, dann sinkt seine Ehre und je nachdem wie hoch John gerade bei seinen Mitmenschen im Kurs steht, so begegnen sie ihm auch: beispielsweise durch bessere Konditionen beim Einkaufen. Begeht man ein Verbrechen wird außerdem noch ein Kopfgeld auf John ausgesetzt, d.h. entweder bezahlt man brav seine Strafe, reicht ein Begnadigungsschreiben ein oder man muss damit rechnen, dass ab und zu Kopfgeldjäger auftauchen. Der Spieß lässt sich allerdings auch umdrehen, denn in den größeren Orten hängen öfter Fahndungsschreiben aus, durch die sich ein nettes Zubrot verdienen lässt…
Einzigartig an Red Dead Redemption ist besonders die Fauna und Flora, denn in den verschiedenen Regionen herrschen auch verschiedene Tier- und Pflanzenarten vor. So gibt es Gürteltiere und roten Salbei in den Wüstenregionen zu finden, während sich in den schneebedeckten Bergzügen Grizzlys und lila Schneeglöckchen wiederfinden. Insgesamt gibt es immerhin 26 Tierarten und zehn verschiedene Pflanzen zu finden. Damit verbunden sind die vier sogenannten Umgebungsherausforderungen, die aus „Meisterjäger“, „Schatzsucher“, „Scharfschütze“ und „Überlebenskünstler“ bestehen. Dabei gilt es immer, bestimmte Ziele – wie das Sammeln von 15 Gold-Johannisbeeren oder das Sammeln von 5 Hirschfellen durch Erlegen und Häuten von Hirschen – zu erfüllen, um seinen Rang zu verbessern und einige Extras freizuschalten.
Außerdem befinden sich diverse Bandenverstecke auf der Karte, die ebenfalls Nebenaufgaben darstellen. Indem John die verschanzten Banditen einen nach dem anderen zur Strecke bringt, schaltet er am Ende die ganze Bande aus und verschafft sich eine Menge Ruhm. Im Kampf helfen ihm dabei die reichliche vorhandenen Waffen von Revolvern und Pistolen über Gewehr und Shotguns bis hin zu Scharfschützengewehren und dem Lasso – falls ein Bandit doch mal lebend gefangen genommen werden soll. Die beste Waffe ist allerdings das Dead Eye, das die Zeit extrem verlangsamt und es John ermöglicht, seine Gegner genauestens ins Visier zu nehmen. Im verbesserten Dead Eye-Modus ist es sogar möglich, die exakte Stelle zu markieren, an der der Gegner getroffen werden soll, d.h. John kann während des aktiven Dead Eyes für jeden verfügbaren Schuss einen Marker setzen und so dann in kürzester Zeit bis zu 22 Schüsse hintereinander gezielt abfeuern. Das ist vor allem gegen größere Ansammlungen von Banditen oder Gesetzeshütern erfolgversprechend und erleichtert die Sache ungemein. Das Dead Eye kommt ebenfalls bei den schön in Szene gesetzten Duellen zum Einsatz, die der Inbegriff des klassischen Westerns sind.
Überhaupt ist Red Dead Redemption der Inbegriff des klassischen Westerns, denn es bietet alles, was einen guten Western ausmacht: eine gut inszenierte Story von einem Outlaw, der alle Möglichkeiten hat, die das Land ihm bietet. Die typische Wild-West-Szenerie erfüllt ihren Anspruch auf ganzer Linie und lässt absolut nichts vermissen.


Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 1,3
- beim Gameplay geht Rockstar keine Risiken ein: wer schonmal ein GTA gespielt hat, weiß genau wie Red Dead Redemption zu spielen ist; dennoch gibt es einige sehr sinnvolle Ergänzungen/Verbesserungen, wie z.B.
- das neue Dead Eye-Feature: dabei wird auch der schlechteste Schütze zum Scharfschützen und kann in aller Ruhe seine Schüsse präzise setzen oder die Zeit nutzen, um sich den Überblick und einen Vorteil zu verschaffen
- der Verzicht auf eine Gesundheitsanzeige, das Rad zur Waffenauswahl und die Umgebungsaufgaben
- aber auch altbekanntes ist schön umgesetzt; Aufträge von Fremden, Verbrecher jagen und Mini-Spiele
- die Story um John Marston wird durch viele – teilweise schön durchgeknallte – Persönlichkeiten vorangetrieben und erstreckt sich über die südöstlichen USA und das von der anstehenden Revolution geprägte nordöstliche Mexiko
Grafik (20%): Note 2,0
- für ein Open World-Spiel mit einer so großen und detaillierten Welt sieht alles nahezu gleich gut aus; allerdings müssen dafür Abstriche bei den Zwischensequenzen in Kauf genommen werden
( - manchmal gab es bei meiner alten 40GB auch zu Problemen nach Schnellreisen, wo keine Landschaft geladen wurde oder Charaktere in Mini-Spielen nicht vollständig gerendert wurden; bei der neuen 250GB gab es diese Probleme allerdings nicht!)
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 1,0
- sehr gute englisch/spanische Sprachausgabe und das bei so gut wie allen Personen
- und auch die Hintergrundmusik passt immer wunderbar in die Western-Szenerie (besonders gut hat mir dabei das extra eingespielte Lied für den Heimritt nach Beecher’s Hope gefallen!)
- sogar der Trash-Talk während der Mini-Spiele ist authentisch und macht viel Spaß, selbst wenn sich die Kommentare auf Dauer natürlich wiederholen
Schwierigkeit (10%): Note 1,0
- zwar gibt es keinen einstellbaren Schwierigkeitsgrad – wie bei Rockstar üblich – doch durch die verschiedenen Ziel-Einstellungen lässt sich ein eigener Schwierigkeitsgrad bestimmen und das jederzeit
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,0
- die Beschreibung ist sehr übersichtlich, die Menüführung schick und schnell bedienbar und die Tutorials helfen in jeder Situation, ob bei den ersten Aufträgen oder bei den Mini-Spielen, die für viele sicher nicht so bekannt sind
Trophäen (5%): Note 2,0
- es gibt 34 bronzene, 12 silberne, 2 goldene und eine Platin-Trophäe; 9 Trophäen davon gibt es nur im Multiplayer-Modus zu ergattern und im Singleplayer gibt es eine verpassbare Trophäe
Wiederspielwert (5%): Note 1,0
- die Story allein ist schon ein zweites Spielen wert, dazu vergeht sicher eine Menge Zeit, bis alle Umgebungsherausforderungen und die ganzen zusätzlichen Aufgaben abgeschlossen sind, und dann wartet da ja noch der Multiplayer-Modus…

Gesamteindruck: Note 1,3
Red Dead Redemption ist ein Pflichtkauf! Selbst diejenigen, die bis jetzt mit Western nichts anfangen konnten, werden durch die vielen Möglichkeiten und das Rockstar-eigene Spielprinzip ihren Spaß an dem Spiel haben. Dabei bietet das Spiel sowohl etwas für Wild-West-Gangster und Revolverhelden als auch für Sammler und Erkunder.

Freitag, 23. April 2010

GTA4: Episodes from Liberty City

Die seit langem auf der XB360 erschienenen Episoden zu GTA4 haben endlich den Weg auf die PS3 geschafft. Sowohl als DLC (für 35,98€ im PS-Store) als auch als Disc-Version gibt es die beiden Episoden „The Lost And Damned“ sowie „The Ballad of Gay Tony“ zu erwerben. Als Stand-Alone-Add-On wird das Hauptspiel zwar nicht benötigt, aber da es sich eigentlich auch „nur“ um DLC handelt, gibt es an dieser Stelle ein Kurzreview als Mittelweg.


GTA4: Episodes
from Liberty City

(Rockstar Games)


VÖ: 16.04.2010
Genre: Action, Open World
USK: 18
PEGI: 18+

Amazon: 39,90€, Joypoint: 44,00€
gekauft am 15.04.10 für 36,00€

Trailer im März-Preview!


Bewertung (The Lost And Damned):

Gameplay und Story (35%): Note 2,0
- Die Story dreht sich um Johnny Klebitz, der als Mitglied des The Lost Motorcycle Clubs, die im Industriegebiet von Liberty City in Bandenkriege und Racheaktionen verwickelt werden; zumeist hat Johnny dabei aber ein paar andere Gangmitglieder hinter sich stehen, die ihn im Kampf unterstützen
- Die reine Story-Spielzeit beträgt etwa 4 Stunden, die aber durch diverse Rennen und die üblichen Mini-Spiele wie Billard, Armdrücken oder Hi-Lo ausgedehnt werden können
- Im Vergleich zum bekannten GTA4-Gameplay hat sich nichts verändert… Johnny hat die selben Fähigkeiten wie Niko Bellic (der selbstverständlich durch einige Referenzen erwähnt wird)
Grafik (20%): Note 3,0
- 2008 ist inzwischen auch schon lange her und dementsprechend ist die Grafik eben nicht mehr State-of-the-Art – zum Hauptspiel sind nahezu keine Unterschiede zu erkennen, aber es gibt noch kleinere Ruckler
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 1,0
- wie schon im Hauptspiel gibt es nur deutsche Untertitel bei englischer Sprache, wodurch die sehr gute englische Sprachausgabe zum Tragen kommt; außerdem gibt es eine Menge neuer Tracks für die Radiostationen (besonders gelungen für diese Episode ist der LCHC Mix von Soulfly-Frontmann Max Cavalera)
Schwierigkeit (10%): Note 3,0
- da es keine einstellbare Schwierigkeitsstufen gibt, kommt man um die altbekannten Neustart-SMS ab und zu nicht drumherum; ebenfalls ist die Übersicht bei größeren Gangkonfrontationen nicht immer gewährleistet, so dass einige der Lost in jedem Fall das Zeitliche segnet
Trophäen (5%): Note 5,0
- lausige 5 Bronze-Trophäen gibt es, was einem kleinen DLC entsprechen würde, aber für eine eigenständige Story eigentlich zu wenig ist – vor allem, da man doch einiges an Zeit investieren muss, um alle Trophies zu bekommen
Wiederspielwert (5%): Note 4,0
- die Story ist zwar gut, aber dafür reicht das einmalige Durchspielen auch aus; nur für diejenigen, die wirklich alle Trophäen haben wollen, lohnt es sich, noch ein bisschen weiter zu spielen


Bewertung (The Ballad of Gay Tony):

Gameplay und Story (35%): Note 1,7
- In der Ballade von Gany Tony übernimmt der Spieler die Rolle von Luis Lopez, der rechten Hand von Gay Tony, dessen Party-Imperium es zu schützen gilt; gleichzeitig wollen aber auch Luis alte Freunde, die sich als kleine Drogendealer durchschlagen und nicht gerade von seinem Engagement bei einem Homosexuellen begeister sind, wieder ihren alten Luis wiederhaben
- Die Story ist deutlich länger als TLAD (etwa 8 Stunden) und auch die Ausrüstung von Luis ist deutlich überarbeitet worden: ein neues Waffenarsenal und z.B. Haftbomben erhöhen die Möglichkeiten, sich seinen Gegnern zu stellen
- auch am Gameplay wurde noch gearbeitet: neben neuen Mini-Spielen wie Golf oder Tanzen, gibt es ein komplettes Cage Fighting Turnier und die Möglichkeit, einen Fallschirm zu benutzen, wodurch Basejumps und Absprünge aus Helikoptern oder durch Fenster von Wolkenkratzern möglich werden
- außerdem gibt es ein neues Feature, was die abgeschlossenen Missionen bewertet, so dass man immer sehen kann, wie gut man in der Mission abgeschnitten hat – das kann allerdings gerade bei den Trophäen, für die man 80% bzw. 100% in jeder Mission haben muss, extrem frustrierend sein; dafür kann man jede Mission nach dem ersten Durchspielen aber auch wiederholen, um seine Prozente nach oben zu treiben
Grafik (20%): Note 3,0
- wie schon TLAD sieht man TBoGT an, dass es auf einem Spiel von 2008 basiert; allerdings wirkt die Welt diesmal deutlich farbiger und die Nachtclubs oder der Cagefighting-Ring sind gut dargestellt
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 1,3
- wieder gibt es nur englische Sprache mit Untertiteln, was aber dieses Mal nicht immer gelingt, da gerade beim Fahren nicht immer nachgelesen werden kann, was in Latino-Dialekt gesprochen wird; ansonsten ist die Synchronisation allerdings wieder mal vorbildlich
Schwierigkeit (10%): Note 3,0
- traditionell fehlt die Möglichkeit, das Spiel an seine Fähigkeiten anzupassen, so dass wieder einige Mission zwangsläufig wiederholt werden müssen
Trophäen (5%): Note 5,0
- immerhin wurde die Anzahl der Trophäen auf 10 bronzene verdoppelt, aber das entspricht weiterhin in keiner Weise dem Aufwand, den man betreiben muss, um alle zu bekommen (wie oben schon angedeutet)
Wiederspielwert (5%): Note 3,0
- auch bei der Ballade des Gay Tony reicht das einmalige Durchspielen eigentlich aus, doch wer unbedingt alle Missionen auf 100% bringen möchte, wird sich über die Möglichkeit, alles so oft zu wiederholen wie gewünscht, sicherlich freuen

Gesamteindruck: Note 2,3 / Note 2,0
Beide Add-Ons haben ihre Vorzüge und bieten GTA-Spielern eine schöne Erweiterung von Liberty City – immer wieder mit netten Anspielungen auf das Hauptspiel bzw. bei TBoGT auch auf TLAD. Da der Preis für die beiden Episoden im Vergleich zur Leistung nicht besonders hoch ist, lohnt sich der Kauf auf jeden Fall. Besonders gelungen ist die Verlagerung auf die verschiedenen Aspekte von Liberty City sowie vom autolastigen GTA4 hin zum motorradlastigen TLAD und helikopterlastigen TBoGT.

Sonntag, 4. April 2010

Just Cause 2 - Limited Edition

Mit Just Cause 2 kehrt Rico Rodriguez, das personifizierte Chaos, zurück auf die Konsole. Und an seinem Auftrag hat sich nichts geändert: Chaos verbreiten. Ob zu Fuß, per Fahrzeug, Boot, Helikopter oder Flugzeug – alles lässt sich auf der riesigen Insel Panau einsetzen, um alles in Schutt und Asche zu legen.


Just Cause 2
(Limited Edition)
(Square Enix / Eidos)

VÖ: 26.03.2010
Genre: Action, Open World

USK: 18 / PEGI: 18+

Amazon: 69,99€, Joypoint: 64,90€
gekauft am 25.03.10 für 50,00€

Trailer im März-Preview!


Beschreibung:

Just Cause 2 spielt auf der Insel Panau, die sich in neun größere Bezirke mit insgesamt 369 Orten unterteilt und sich zugleich auf mehrere Hauptinseln verteilt. Panau bietet dabei landschaftlich alles, was das Herz begehrt: vom Meer über Strände, Städte und Wälder, Wüsten und Seen, bis ins schneebedeckte Hochgebirge. Und das alles lässt sich - wie es ein Sandbox-Game verspricht - jederzeit problemlos erforschen.
Auf Panau herrscht mit Baby Panay ein Diktator, der von drei verschiedenen Separatisten-Gruppen (den Roaches, den Reapers und den Ular Boys) aus verschiedenen Gründen gestürzt werden soll. Und ganz nebenbei hat auch noch die Geheimdienst-Agentur von Rico Rodriguez eine Mission auf Panau zu erfüllen, die nur mit Hilfe der verschiedenen Gruppierungen ausgeführt werden kann. Das bedeutet, dass sich Rico durch das ausführen von verschiedenen Missionen mit allen Separatisten gut stellen muss, um weitere Informationen zu erhalten, die ihm in seiner eigenen Mission helfen. Diese Gruppen-Missionen sind wiederum unterteilt in Festungsübernahmen, bei denen sich die Gruppe einen bestimmten Bezirk von Panau erkämpft, und Gruppierungs-Missionen, die den Einfluss der jeweiligen Gruppe vergrößern. Allen Haupt- und Nebenmissionen ist aber gemein, dass sie Chaos-Punkte bringen, die alles weitere im Spiel nach und nach freischalten.
Chaospunkte schalten als erstes neue Agentur-Missionen frei, aber auch neue Festungsübernahmen und Schwarzmarktobjekte. Und selbst wenn es keine bestimmte Mission erfordert, lässt sich durch zahlreiche Aktivitäten Chaos verursachen: jegliche Regierungseinrichtungen können zerstört werden, ob sie sich in militärischen Gebiet oder auf zivilem Gelände befinden. Für das Abschließen eines Ortes – was durch die Zerstörung aller Regierungseinrichtungen sowie das Aufsammeln aller Ressourcen-Objekte in dem Ort geschieht – gibt es nochmal zusätzliche Chaospunkte. Sogar für das Sammeln von Gruppen-Objekten für die Separatisten gibt es Chaospunkte.
Für das Zerstören stehen Rico dabei zahlreiche Waffen zur Verfügung, aber auch sein Enterhaken, der vielseitig eingesetzt werden kann. Mit ihm kann Rico sich an alle Punkte, die in seiner Reichweite liegen katapultieren oder auch Gegner damit z.B. von Türmen oder Mauern ziehen. Die Funktion des Doppel-Enterhakens lässt ebenfalls keine Wünsche offen: ob man ihn an einer Statue und einem fahrenden Fahrzeug befestigt oder einen Gegner an eine davonfliegende Gasflasche bindet, bleibt jedem selbst überlassen. Außerdem lassen sich mit Hilfe des Enterhakens jegliche Fahrzeuge entern, mit denen sich Rico dann aus dem Staub machen kann (oder auch angreifen, falls es sich um militärische Fahrzeuge handelt).
Auch Stunts sind natürlich Ricos Ding, denn dafür hat er jederzeit seinen Fallschirm bereit. Immer wenn sich Rico im Flug befinden – per Enterhaken oder Basejump – lässt dieser sich öffnen, damit Rico sanft auf die Erde zurückschweben oder er sich schnell von A nach B bewegen kann. Ebenso lässt sich auf allen möglichen Vehikeln, die nur schnell genug unterwegs sein müssen, der Fallschirm öffnen: besonders gut geeignet, um z.B. ein Auto in einen Gastank fahren zu lassen und vorher noch schnell auszusteigen. Auch hier werden der Kreativität des Spielers keine Grenzen gesetzt.
Unterstützung kann sich Rico vom Schwarzmarkthändler seines Vertrauens holen, welcher sich auf Knopfdruck rufen lässt. Er hält neben den obligatorischen Waffen auch noch eine kleine Auswahl an Fahrzeugen bereit oder exfiltriert Rico an einen Ort, den er schon mal besucht hat. Beim Schwarzmarkthändler lassen sich auch die gefundenen Ressourcen-Objekte gegen Verbesserungen eintauschen. Davon gibt es Waffen- und Fahrzeugteile, sowie Gesundheitsverbesserungen, die in 5er-Schritten Ricos maximale Gesundheit erhöhen.
Ob man sich nun streng an die Missionen hält oder einfach mal durch die Insel streift und Nebenschauplätze besucht, das Spiel zeichnet sich durch seine nahezu unbegrenzten Möglichkeiten aus. Die Freiheit zu jeder Zeit an jeden noch so abgelegenen Ort zu gelangen oder die Vielzahl an Möglichkeiten, die Umgebung zu zerstören, sind sehr gut umgesetzt und bieten jede Menge Spielspaß. Dabei ist das Hauptaugenmerkt gerade auf die übertrieben Stunt-Action und die Faszination am Zerstören gelegt, was das Spiel einzigartig macht.


Zum Inhalt der Limited Edition:

Die Limited Edition beinhaltet einen Download-Code für das Black Market Chaos Pack, in dem sich zusätzliche Ingame-Gegenstände befinden: 2 Waffen (Rico’s Signature Gun & Bull’s Eye Assault Rifle) 2 Fahrzeuge (Chevalier Classic & Agency Hovercraft) und der Chaos Parachute. Dazu gibt es noch eine große Karte von Panau bzw. ein Poster auf der Rückseite. Zwar sind die Ingame-Items nett, aber nicht relevant für das Spiel. Ebenso ist die Karte nicht zwangsläufig nötig, kann aber ab und zu hilfreich sein. Das bedeutet im Klartext: Ein wenig Schnick-Schnack als DLC wertet das Spiel nicht auf, macht aber auch keinen Unterschied, da der Preis dem der normalen Edition entspricht – mit dem Unterschied, dass die Limited Edition zuerst ausgeliefert wurde.


Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 2,0
- das Gamyplay ist voll und ganz auf Spaß ausgelegt und das funktioniert einwandfrei: es geht immer darum, in irgendeiner Weise Chaos zu verbreiten – durch Sabotieren, Schießen und Aktionen mit dem Enterhaken, der in Verbindung mit dem Fallschirm das Hauptelement des Spiels darstellt!
- selbst wenn keine Mission ausgeführt wird, gibt es massig Dinge zu erledigen, so dass niemals Langeweile aufkommt: Upgrades sammeln, Dörfer und Armeestützpunkte sabotieren oder Gruppenobjekte suchen nehmen eine Menge Zeit in Anspruch
- darunter leidet die Story allerdings gewaltig, denn im Grunde geht es dabei auch nur darum Chaos auf der Insel zu verbreiten und dadurch die Ziele der eigenen Agentur und die der Separatisten-Gruppen auf Panau zu unterstützen
- insgesamt ist die Diskrepanz zwischen Gameplay (1,3) und Story (3,0) aber zu verschmerzen, denn dem Spiel geht es in erster Linie um den Spaß am Spielen und nicht um das Erzählen einer besonderen Geschichte
Grafik (20%): Note 2,0
- durch die wirklich riesige Insel, auf der sich Rico absolut frei bewegen kann, ist es kein Wunder, dass die Details darunter etwas leiden und auch die Zwischensequenzen können mit den derzeitigen Grafikreferenz-Titeln nicht mithalten
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 3,7
- leider ist kaum Musik vorhanden – am auffälligsten ist die Musik, die eingespielt wird, wenn Rico längere Zeit mit dem Fallschirm herumsegelt – und auch die Sprachausgabe ist nicht besonders gelungen: die Charaktere reden meist abgedroschen daher und man muss sich ständig die gleichen Kommentare anhören, wenn man beispielsweise ein Gruppenobjekt gefunden hat
Schwierigkeit (10%): Note 1,0
- es gibt vier einstellbare Schwierigkeitsgrade zu Beginn, die in ihrer Beschreibung Hinweise darauf geben, wie geübt der Spieler sein sollte, der sie wählt – sehr schön!
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,0
- die Beschreibung ist sehr ausführlich und bietet eine Übersicht über alle verfügbaren Aktionen; auch die Menüführung ist übersichtlich und gut strukturiert und Tutorials werden immer und überall angezeigt
Trophäen (5%): Note 1,0
- es gibt neben den Trophäen für die Agenturmissionen viele weitere Trophäen für verschiedene Aktionen oder erledigte Nebenmissionen; aber nicht alle Nebenmissionen müssen abgeklappert werden – es reichen z.B. „nur“ 1000 von den 2700 Ressourcenobjekten oder 150 der 300 Gruppenobjekte
Wiederspielwert (5%): Note 1,0
- dadurch, dass es auf Panau so viel zu tun gibt, kann man Just Cause 2 immer wieder in die PS3 einlegen und Spaß haben – der Fokus auf dem Spielspaß zahlt sich auch hier wieder aus

Gesamteindruck: Note 2,0
Just Cause 2 macht einfach Spaß – ohne wenn und aber! Dabei gibt es zwar Schwächen bei Story und Audio, doch die fallen weniger ins Gewicht. Damit erreicht das Spiel sein Ziel dennoch auf ganzer Linie und durch den absolut vorhandenen Langzeitspielspaß lohnt sich das Spielen immer wieder.


Extra-Service:

Zur "Trying Anything Once" bzw. "Alles einmal ausprobieren"-Trophy:
Alle 104 Fahrzeuge mit Bildern und Fundorten gibt's hier!
Die restlichen Trophies erklären sich von allein...

Mittwoch, 23. Dezember 2009

The Saboteur

Der Saboteur ist ein Spiel, das offensichtlich versucht, das Beste aus vielen bekannten Spielen zu vereinen. Sich ständig mit GTA4 vergleichen zu müssen, ist sicher keine leichte Ausgabe, aber wenn dazu noch Elemente aus Assassins Creed, Uncharted, Metal Gear Solid und Flower kommen, stellt sich schnell die Frage, ob das Komplettpaket überzeugen kann.

The Saboteur
(EA / Pandemic)

VÖ: 03.12.09

Genre: Action

USK: 18
PEGI: 18+

Amazon: 61,95€, Joypoint: 59,90€
gekauft am 05.12.09 für 48,00€

Trailer im Dezember-Preview!

Beschreibung:

Saboteur spielt - untypisch für das Genre - im von Nazis besetzen Nord-Frankreich von 1940, ohne dabei zu einem klassischen Weltkriegs-Shooter zu verkommen. Vielmehr handelt es sich um einen langwierigen Racheplan des Mechanikers und Rennfahrers Sean Devlin, dessen bester Freund von einem sadistischen Nazi ermordet wurde. Durch dieses Ereignis schließt sich Sean, der als Antiheld mit dummen Sprüchen und übertriebener Coolness glänzt, der Pariser Resistance an.

Das Gameplay wurde von GTA4 übernommen: In der offenen Welt zwischen Le Havre und Saarbrücken (die nicht wirklich naturgetreu dargestellt wurde, was aber die Reisen deutlich verkürzt und unnötige Ladezeiten zwischen Gebieten verhindert) mit Paris im Mittelpunkt kann sich Sean frei bewegen und selbst entscheiden, wann er welchen Auftrag annimmt oder ob er seine Zeit mit einer der insgesamt 1338 (!) Freeplay-Aktionen verbringt. Um Aufträge zu bekommen, redet man einfach mit Anführern der Resistance (Hauptmissionen), die sich in ihren Hauptquartieren verstecken, oder mit deren Helfern (Nebenmissionen), die ebenfalls über die Landkarte verteilt sind. Die Freeplay-Aktionen sind hingegen zu jeder Zeit erfüllbar, denn dabei handelt es sich um die titelgebenden Sabotage-Akte wie das Sprengen von Nazi-Posten und –Panzern oder das Finden von Aussichtspunkten, Postkarten der Sehenswürdigkeiten und zahlreiche weitere Aktionen. Als Rennfahrer zählen aber natürlich auch ein paar Rennen zum Repertoire von Sean. Im Gegensatz zu Niko Bellic hat Sean dabei die Fähigkeit zu klettern, was die Möglichkeiten enorm erweitert und womit wir gameplay-technisch bei Assassins Creed angekommen wären. Zwar klettern Sean nicht so gekonnt wie Altair oder Ezio, aber die Dächer von Paris sind eindeutig sein Gebiet, denn sie eignen sich sowohl für das unerkannte Einsteigen in als auch für die schnelle Flucht aus Nazi-Stützpunkten. Wird er bei der Flucht gesehen, kommt wieder GTA ins Spiel, denn Sean muss ungesehen aus einem Gebiet verschwinden; wird er doch gesehen, zentriert sich das Gebiet wieder um Seans aktuelle Position und von Alarmstufe zu Alarmstufe wird dieses Gebiet natürlich größer.
Kommt es zu direkten Kämpfen mit den Nazis kommt der dritte Bestseller ins Spiel: Uncharted, denn wie Nathan Drake verfügt Sean über zwei Waffenslots, die eine gewisse Planung der Missionen erfordern; möchte ich jemanden vom Dach aus großer Entfernung erledigen, nehme ich eben keine Shotgun und keine Pistole mit. Darüberhinaus hat Sean natürlich immer seinen Sprengstoff für die Sabotage-Akte dabei. Und auch das Zielen funktioniert analog zu Uncharted und hebt sich von GTA ab, denn man muss selbst zielen. Ebenfalls von Nathan ausgeliehen ist die Gesundheitsanzeige, denn wird Sean getroffen, färbt sich der Bildschirm langsam rot und wird von Blutspritzern verdeckt.
Sean kann aber auch anders - Metal Gear Solid-anders -, denn er kann sich auch unbemerkt anschleichen oder sich mit einer Uniform verkleiden und dann hinterrücks zuschlagen. So bietet der Saboteur also auch noch Stealth-Aktionen, die sich besonders zum Infiltrieren von Nazi-Einrichtungen anbieten, denn ist mal eine größere Ansammlung von Nazis auf Sean aufmerksam geworden, sind die Chancen zu überleben doch sehr gering.
Grafisch haben sich die Entwickler von weniger bekannten Titeln inspirieren lassen und Inspiration ist auch das entscheidende Stichwort. Denn überall wo Nazis die Überhand gewonnen haben, sind die Farben und damit das Leben aus der Stadt verschwunden: die schwarz-weiße Darstellung wirkt umso bedrohlicher, wenn nur die roten Armbinden ihre Originalfarbe behalten und das Spiel damit komplett in den nationalsozialistischen Farben Schwarz-Rot-Weiß daherkommt. Dort, wo die Resistance stark vertreten ist oder wo die Besatzung der Nazis gebrochen wurde, erscheint das Land wieder in vollen Farben und das Leben kehrt in die Städte zurück. So verwandelt sich das besetzte, düstere Nord-Frankreich im Laufe des Spiels in eine schöne, blühende Landschaft.

Viel geschrieben und viel verglichen, aber was bietet Saboteur außerdem? Zunächst eine Story, die von überzeichneten und stilisierten Charakteren geprägt ist, sich aber dadurch im Einklang mit der zunächst auch vielerorts schwarz-weißen Darstellung befindet. Die enorme Vielfalt und Masse an Freeplay-Aktionen ist auch ein Pluspunkt, der dem Saboteur zu Gute kommt.

Auch die Umsetzung von Paris, Nord-Frankreich und Saarbrücken aus den 1940ern ist aller Ehren wert, denn sowohl die Sehenswürdigkeiten als auch die Eigenheiten der Zeit wie Zivil-, Renn- und Militär-Autos sowie Nachtclubs und Cabaretts wurden stilsicher in das Spiel übertragen. Auch die Waffentechnologien entsprechen selbstverständlich der Zeit.
Die größte Neuerung ist allerdings das Sammeln von Abzeichen in Bronze, Silber und Gold in verschiedenen Kategorien wie Sabotieren, Stealth, Rennen und Mechanik durch die Sean die Möglichkeit hat, seine Fähigkeiten auf diesen Gebieten zu verbessern und z.B. neue Waffen oder Autos freizuschalten. So gibt es die bronzenen Abzeichen noch recht einfach zu erwerben, aber für die goldenen muss sich Sean ordentlich anstrengen, bekommt dann aber auch hilfreiche Verbesserungen zur Verfügung gestellt. Ebenfalls sammelbar sind die Autos, denn einmal in einer Garage der Resistance abgestellt, können sie jederzeit dort auch wieder von einem Lagerarbeiter vorgefahren werden. Das ist besonders hilfreich, wenn man seine Flucht per Fahrzeug plant und einen Rennwagen in der Nähe abstellen kann oder auf Konfrontation aus ist und einen Panzer in der Hinterhand hat. Für letzteres muss aber erstmal das Mechanik-Silber-Abzeichen erworben werden…
Außerdem gibt es kein direktes Geld, sondern nur Schmuggelgut mit dem Sean bei Schwarzhändlern einkaufen gehen kann. Das ist nichts Neues - neu ist aber, dass damit endlich mal nicht inflationär umgegangen wurde: an Schmuggelgut zu kommen ist schwierig und neue Waffen oder andere Verbesserungen sind teuer. Auch deswegen lohnen sich die ganzen Freeplay-Aktionen, denn sie bringen zumindest ein wenig Schmuggelgut in die Taschen.

Insgesamt lässt sich der Saboteur also mit vielen Top-Spielen vergleichen bzw. hat sich vieler bekannter Elemente aus diesen bedient. Und warum sollte das nicht ein neues Top-Spiel hervorbringen? Saboteur erfindet das Rad zwar nicht neu, baut aber aus den ganzen Rädern ein sehr gutes Auto und – auch wenn jetzt alle aufschreien werden - übertrifft meiner Meinung nach gerade das Spiel, mit dem es die meisten Vergleiche zu bestehen hatte, GTA4, weil es dessen Möglichkeiten um Längen übertrifft und auch die anderen Elemente allesamt vernünftig verarbeitet wurden. Zwar treibt es keines der Features zur Perfektion, aber als Gesamtpaket bietet es eine explosive Mischung und langen Spielspaß.


Bewertung:

Gameplay und Story (35%): Note 1,3
- das Gameplay ist sehr gut umgesetzt und die riesige offene Welt bietet unzählige Möglichkeiten, sein Dasein als Saboteur zu verbringen: die Missionen sind abwechslungsreich gestaltet, auch wenn es im Endeffekt meist entweder um das Befreien von Resistance-Mitgliedern geht oder um die Ausschaltung von Nazi-Oberen geht; die über 1000 Freeplay-Aktionen runden das Gameplay ab, indem sie zwischen den Missionen das Spiel auflockern
- die Story ist eigentlich nicht übel, denn mit jeder erledigten Aufgabe wächst die Resistance oder Sean kommt seinem Erzfeind einen Schritt näher („eigentlich“ deshalb, weil die Dialoge teilweise so lächerlich klingen [siehe unten], dass die Story in Bild und Aktion deutlich besser transportiert wird)
- entgegen der verbreiteten Meinung, dass die Tasten zu überladen wären, finde ich das eigentlich nicht; ja, wie ein Deutscher zu laufen klingt für uns lustig, aber der unauffällige Modus in Assasssins Creed ist nichts anderes
Grafik (20%): Note 1,7
- die Grafik ist für ein so großes Gebiet sehr gut und auch die Städte und Menschen sehen sehr gut aus - selten kommen aber kleinere Grafikfehler vor und in den Straßen tummeln sich öfters Klone
Musik / Sprachausgabe (15%): Note 3,0
- musikalisch ist der Saboteur gut unterlegt, allerdings sind die Dialoge - vor allem in Deutsch - ziemlich daneben: mehr als fieser französischer Akzent überall und zu überzogene, zu sehr stilisierte Sätze
Schwierigkeit (10%): Note 1,0
- es gibt vier Schwierigkeitsstufen, die es jedem ermöglichen sollten, das Spiel komplett zu schaffen
- einige Missionen sind aber auch schon auf „Normal“ anspruchsvoll, aber es gibt immer einen anderen Lösungsweg: hat man es per Frontalangriff verbockt, muss man versuchen, sich über die Dächer anzuschleichen; misslingt auch das, sollte man es eben mal als Nazi verkleidet versuchen…
Beschreibung / Menüführung / Tutorial (10%): Note 1,3
- die Menüführung ist immer einfach zu handhaben und auch die Beschreibung sowie die Tutorials sind leicht zu verstehen und umzusetzen
Trophäen (5%): Note 1,0
- 31x Bronze, 11x Silber, 2x Gold und die Platin-Trophäe gibt es zu erbeuten
- alle geheimen Trophäen sind übrigens für den Abschluss von Story-Missionen, so dass keine Trophäen z.B. nicht rausgefunden werden kann und es gibt keine Trophäen für mehrmaliges Durchspielen auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden
Wiederspielwert (5%): Note 1,0
- selbst wenn die Hauptmissionen abgeschlossen sind, das Spiel also in dem Sinn durch ist, bleiben noch viele Freeplay-Aktionen, die abgearbeitet werden wollen

Gesamteindruck: Note 1,4
(bleibt in diesem Fall stehen, weil es überraschend ein extrem gutes Spiel geworden ist, was aber aufgrund der „zusammengestohlenen“ Features nicht ganz an die absoluten Top-Titel herankommt)
Wer sich ein wenig für Sandbox-Games interessiert und die oben genannten Features gerne mal zusammen erleben möchte, für den ist Saboteur eigentlich ein Pflichtkauf. Und Pandemic hat sich damit einen mehr als nur würdigen Abgang verschafft.

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