Donnerstag, 2. Februar 2012

Erster Eindruck: NeverDead

Japanische Entwickler sind bekannt für ihre skurrilen Spiele à la Bayonetta oder Shadows of the Damned. Als erstes Spiel in diesem Jahr kommt heute NeverDead in meine PS3 und auch das verspricht reichlich durchgeknallte Action. Auf der GamesCom hat es schonmal viel Spaß gemacht und die erste Stunde mit NeverDead sieht so aus:


Aufhänger des Spiels ist natürlich die Idee, unsterblich zu sein, so dass man getrost die ein oder andere Gliedmaße verlieren kann – sammelt man entweder wieder ein oder wächst ja schließlich auch irgendwann nach... Darüber hinaus bietet NeverDead einen soliden Third-Person-Shooter und typisch japanischen Trash-Talk. Ob das reicht?


Leider kann NeverDead grafisch nicht mit den absoluten Größen mithalten. Obwohl die Zwischensequenzen und auch die beiden Hauptcharaktere, Bryce und Arcadia, sehr gut aussehen, kommen die Gegner und Umgebungen eher kantig rüber. Besonders der erste Endgegner [Bossfight im Video ab 49:37 zu sehen] sieht schon fast lieblos aus. Andererseits macht es schon Eindruck, wie die Körperteile von Bryce aufgesammelt und zusammengesetzt werden können. Damit das Spiel mit den Körperteilen nicht nur ein nettes Gimmick bleibt, basieren auch die ersten Rätsel des Spiels darauf, sich nur als Kopf durch kleine Öffnungen zu bewegen oder kleine Routen entlang zu rollen, um ans Ziel zu kommen.

Spielerisch handelt es sich bei NeverDead ansonsten um einen klassischen Third Person Shooter. Beide Schultertasten zum Feuern, dazu Springen und Abrollen, Nachladen- und Interaktions-Button. Allerdings gibt es noch einen Nahkampfmodus mit Schwert, das präzise mit dem rechten Stick gesteuert werden kann. Das erfordert zunächst etwas Übung und kann gerade in hektischen Phasen zu Problemen führen. Und wie üblich für japanische Action, ist fast jeder Kampf hektisch...

Aufgrund der Unsterblichkeit von Bryce legen die Gegner in NeverDead es gar nicht erst darauf an, Schaden zu verursachen, sondern es geht direkt ans Eingemachte: Körperteile werden abgetrennt und von kleinen fiesen Gegnern schnellstmöglich verdaut. Nach einer gewissen Zeit kann man sie aber auch wieder nachwachsen lassen. Steuert man nur noch den Kopf und wird geschluckt, ist die Mission gescheitert. Das erfordert eine gewisse Umstellung beim Spieler und kreiert eine andere Spielerfahrung, da man immer abwägen kann, ob man sein Körperteil zurückhaben möchte oder lieber zuerst ein paar Gegner aus dem Weg räumt. Viel Spaß macht es z.B. sich selbst - und natürlich alles um sich herum - in die Luft zu jagen, dabei alle Gegner zu eliminieren und danach gemütlich wieder seine Körperteile einzusammeln.

Zudem baut NeverDead auf ein XP-System - welches es in der GamesCom-Demo noch nicht gab -, mit dem Bryce sich neue Fähigkeiten erarbeiten kann. XP gibt es durch Einsammeln und für das Besiegen der Gegner. Allerdings gab es in der ersten Stunde noch nichts Spektakuläres, also bleibt abzuwarten, was noch kommt...

Erstes Fazit: Ein witziger Ansatz trifft auf einen hektischen TPS mit durchschnittlicher Grafik; Note um die 3. Langzeitmotivation eher fraglich, für Zwischendurch aber gut.

Montag, 14. November 2011

Erster Eindruck: Assassin's Creed Revelations

Ein Jahr ist vergangen seitdem das letzte Assassin’s Creed erschien – im Spiel sind es ein paar Jahre mehr, denn wir schreiben schon das Jahr 1517 und Ezio befindet sich in Konstantinopel. Doch zu Beginn erfahren wir zuerst, dass wir in Desmonds Kopf gefangen sind und bekommen „Hilfe“ von Subjekt 16, der uns schon aus den anderen Teilen bekannt sein sollte.


Spielerisch hat sich (zumindest in der ersten Sequenz) nichts geändert. Gewohnt geschickt lässt sich Ezio durch die Umgebung steuern, klettert und springt elegant durch die Szenerie und meuchelt Gegner nieder. Auch im Kampf ist alles beim Alten geblieben: Die sehr einfache, abwartende Blocken + Gegenangriff Steuerung führt noch immer ohne Probleme zum Sieg selbst gegen große Gruppen. Allerdings sind aber auch die Gegner noch nicht höheren Klassen zuzurechnen...
Vielleicht bietet Revelations aber mehr Abwechslung in den Sequenzen, denn relativ schnell findet sich Ezio an einem Seil hinter einer Kutsche hängend wieder und nachdem er die Kutsche erreicht hat, gibt es eine wilde Kutschfahrt zu meistern. Natürlich wird der größte Teil des Spiels wieder daraus bestehen, unbemerkt Gegner zu meucheln oder sich zu den Zielpersonen durchzuschlagen, aber dass es gleich zu Beginn auch eine andersartige Erinnerung gibt, ist vielversprechend.
Und auch die Story entwickelt sich in dieses Assassin’s Creed Teil von Beginn an weiter. Anstatt im Animus kontrolliert in alten Erinnerungen zu forschen, trifft Desmond im Sicherheitsmodus auf Subjekt 16 und erfährt, dass sein Gehirn die ganze Prozedur nicht mehr mitmacht. Deswegen sieht beispielswiese Ezio auch Altair vor sich die Wand hochklettern. Alles ziemlich verzwickt... Insgesamt motiviert es mich persönlich aber mehr, darauf hinzuarbeiten, wieder aus dem Animus aufzuwachen, als „nur“ in alten Erinnerungen zu schwelgen und am Ende vielleicht etwas herauszufinden. Für Einsteiger in die Serie ist es so allerdings extrem schwer, einen Zugang zum Spiel zu finden. Vielleicht kommt die „Day 1 Edition“ von Revelations auch gerade deswegen mit einer Kopie von Assassin’s Creed und einem 30%-Bonus auf den Download der anderen beiden Teile, Assassin’s Creed II und Assassin’s Creed Brotherhood.
Für Fans der Serie ist Revelations selbstverständlich gekauft. Und da sich die Story – endlich – entscheidend weiterentwickelt und die Verbindung zu Desmond intensiviert wird, steigt auch die Motivation. Kommen zusätzlich noch abwechslungsreichere Missionen hinzu, dann wird Assassin’s Creed Revelations wieder eine sehr gute Note bekommen.

Die erste Sequenz als Video gibt es hier - (ca. 56 Minuten):

Sonntag, 30. Oktober 2011

Erster Eindruck: Uncharted 3: Drake's Deception

Mit Uncharted 3: Drake’s Deception erscheint in der nächsten Woche ein neues Kapitel in der Geschichte von Nathan Drake. Nachdem Uncharted 2 schon grafisch, spielerisch und mit einer guten Story überzeugen konnte, soll der dritte Teil überall noch einen drauf setzen.


Das Spiel beginnt direkt mit zwei Neuerungen: In einer kurzen Einführung werden die neu gestalteten Nahkämpfe und Übermenschen als neue Gegnerklasse eingeführt. Neu daran ist, dass Drake Angriffen nun ausweichen bzw. Gegenangriffe starten kann. Außerdem wird er von seinen Gegnern festgehalten und muss sich dann möglichst schnell aus dem Griff befreien. Besonders gelungen an den Nahkämpfen sind die Gegenstände in der Umgebung die – ohne Extra-Knopfdruck oder Ähnliches – kurzerhand als Waffen benutzt werden. Übermenschen unterscheiden sich hingegen von normalen Gegnern nur in ihrer Ausdauer (und Größe). Sie halten zwar deutlich mehr aus, dafür sind sie langsamer und mit der richtigen Technik schnell zu besiegen.
Nach dieser Einführung versetzt das Spiel den Spieler zurück in Drakes Kindheit – besser gesagt: zu dem Zeitpunkt, zu dem er Sully kennenlernt. Hier wird die Story mit Hintergrundwissen versorgt und ganz nebenbei lernt der Spieler geschickt zu klettern und sich fortzubewegen. Bei einer längeren Verfolgungsjagd über die Dächer der Stadt ist dann vor allem Schnelligkeit gefragt. Leider wirkt sich die ansonsten sehr gute Steuerung hier nicht so gut aus: Normalerweise bewegt sich Nathan schön menschlich, d.h. unperfekt, durch die Umgebung, doch wenn es wirklich schnell gehen muss, dann trifft er schonmal den ein oder anderen Sprung nicht oder lässt sich schwer manövrieren. Zudem ist die Fluchtstrecke nicht ganz klar, so dass der Versuch auch leicht scheitern kann.
Aber um die Steuerung nicht falsch darzustellen: Wenn es keinen Zeitdruck gibt, dann funktioniert die Steuerung auch sehr gut. Drake klettert, springt und läuft phantastisch durch die Kapitel seines neuen Abenteuers. Und auch das wiederum etwas später eingeführte Kampfsystem mit Schusswaffen geht gut von der Hand. Das liegt vor allem daran, dass sich nichts verändert hat; alles steuert sich hier exakt wie in den beiden Vorgängern.
Insgesamt hat sich also nicht viel bei Uncharted verändert, aber vielleicht ist das auch gar nicht nötig, denn schon die ersten beiden Teile waren und sind sehr gute Spiele. Natürlich wurde an manchen Ecken noch verbessert, was die Grafik angeht. Gespannt abzuwarten bleibt, wie viele und welche Rätsel sich Drake noch in den Weg stellen und wie sich die Story weiterentwickelt. Aber Uncharted 3 sollte sich ohne Weiteres im oberen Bereich der Note 1 wiederfinden.

Die ersten vier Missionen von Uncharted 3: Drake’s Deception im Video gibt es im YouTube-Kanal - (ca. 58 Minuten):

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